Tafel 6 - Atommüll im Stau

Transporte radioaktiver Abfälle

Täglichen rollen die Atommüll-Transporte 

Derzeit geht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) von einer späteren Einlagerung radioaktiver Abfälle in Schacht KONRAD im Zweischichtbetrieb über 30 Jahre hinweg aus. 

Was bedeutet das an Atommüll-Transporten?

Ein typischer KONRAD-Container hat ein Volumen von 6,5 m³. Bei einem Gesamtvolumen von 303.000 m³ ergibt das ungefähr 46.000 Gebinde. Pro Jahr müssten also etwa 1.500 KONRAD-Container eingelagert werden. Bei 200 Betriebstagen bedeutet das eine Einlagerung von 7-8 Containern pro Tag. Da es am Gelände nur eine Pufferhalle aber kein Zwischenlager gibt, bedeutet das, dass auch 7-8 Gebinde pro Tag zu Schacht KONRAD transportiert werden müssten.

Das bedeutet, pro Betriebstag fahren entweder 1 Zug oder 7-8 LKW mit radioaktiven Abfällen durch die Region zu Schacht KONRAD 2.

Die Transportgefahren sind unzureichend betrachtet worden

Da die Atommülltransporte aus dem Planfeststellungsverfahren für KONRAD durch Weisung des damaligen Bundesumweltministers Töpfer ausgeklammert waren, hatte das BfS eigens zu dieser wichtigen Fragen eine Studie in Auftrag gegeben, die von der GRS (Gesellschaft für Reaktorsicherheit) in den Jahren 1991 und 2009 erstellt und 2010 veröffentlicht wurde.

Da diese Studie für die Stadt Salzgitter, auf deren Gebiet sich die meisten Transporte abwickeln würden, als Grundlage dient, die Bevölkerung sowohl bei bestimmungsgemäßen Gebrauch vor Dauerstrahlung zu schützen, aber auch für mögliche Unfallszenarien Katastrophenschutzpläne zu entwickeln und Rettungskräfte, Feuerwehren und Krankenhäuser zu schulen und vorzubereiten, hat die Studie für die Verwaltung ein sehr hohe Bedeutung. So holte sich die Stadt Salzgitter eine zweite Meinung von einem unabhängigen Wissenschaftler ein. Der Dipl.-phys. Wolfgang Neumann kam zu bedenkenswerten Ergebnissen: Transport-Studie zu KONRAD ungenügend.

Wolfgang Neumann (intac): Fachliche Bewertung der Transportstudie Konrad 2010 von der GRS, Hannover, November 2012 Gesellschaft für Reaktorsicherheit: Transportstudie KONRAD 2009, mit Corrigendum vom April 2010 

Der Rat und der Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter forderten deshalb, die Transportstudie neu überarbeiten zu lassen. Die Bundesumweltministerin sagte dies damals zu, verwies allerdings darauf, dass einen Überarbeitung erst in zeitlicher Nähe zur Inbetriebnahme erfolgen solle. 

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