Dummy Title http://example.com en-gb TYPO3 News Fri, 29 Sep 2023 01:27:17 +0200 Fri, 29 Sep 2023 01:27:17 +0200 TYPO3 EXT:news news-1848 Wed, 27 Sep 2023 11:00:00 +0200 Einladung zur 23. Atommüllkonferenz https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/einladung-zur-23-atommuellkonferenz 23. Atommüllkonferenz Samstag, 7. Oktober 2023 |11.00 - 17.00 Uhr | Volkshochschule Göttingen | Bahnhofsallee 7 | 37081 Göttingen

Die inhaltlichen Schwerpunkte der 23. Atommüllkonferenz drehen sich um Themen, die auch nach Abschalten der letzten AKW in Deutschland akut bleiben. Dazu gehören die Urananreicherung, die Brennelementeproduktion, die Probleme durch die erheblich verlängerte Dauer der Zwischenlagerung von Atommüll durch die angekündigten Verzögerungen bei der Standortsuche für ein tiefengeologisches Lager. Welche Strategien entwickeln wir dazu?

Programmübersicht:

11.00 - 11.15 Uhr Eröffnungsplenum
11.15 - 12.45 Uhr Fachdiskussion
- Kurzreferate Sechs Kurzreferate zu verschiedenen Themen
12:45 - 13:30 Uhr Mittagspause
13.30 - 15.00 Uhr Arbeitsgruppen
        Problematik der verlängerten Zwischenlagerung
        Problematik der verlängerten Standortsuche
        Freimessen / Strahlenschutz
15.00 - 15.15 Uhr kurze Pause
15.15 - 17:00 Uhr Strategiediskussionen + Abschlussplenum     

Ausführlichere Angaben im Einladungsschreiben.

Anmeldung

Bei der Atommüllkonferenz handelt es sich um ein Treffen der Anti-Atom-Bewegung, das dem gegenseitigen Austausch und der Planung gemeinsamen Vorgehens dient. Sie ist ein fachlich-politisches, parteiunabhängiges Forum für Betroffene und kritische Akteure von den Standorten, an denen sich Atommüll befindet oder die Lagerung vorgesehen ist. Ausdrücklich erwünscht ist die Teilnahme unabhängiger, kritischer Wissenschaftler*innen und von Vertreter*innen von Verbänden und NGOs, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Wir bitten bei der Anmeldung um die Angabe der Zugehörigkeit zu Initiativen, Verbänden, NGOs oder Gruppen. Bei keiner oder sonstiger Zugehörigkeit wird im Einzelfall über die Teilnahme entschieden. Die Anmeldung bitte per E-Mail an anmeldung@atommuellkonferenz.de schicken.

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Bundesweit
news-1870 Fri, 22 Sep 2023 11:56:21 +0200 Der Atomstrom der aus Frankreich nach Deutschland fließt – eine Mogelpackung https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/der-atomstrom-der-aus-frankreich-nach-deutschland-fliesst-eine-mogelpackung Seit Wochen wird wieder Stimmung in verschiedenen (Leit-)Medien gegen die Abschaltung der AKW in Deutschland gemacht. Die Leserschaft bekommt suggeriert, dass Deutschland Strom aus dem Ausland importieren müsse, um die Stromversorgung im Land aufrechtzuerhalten, ist dem so? Und wie funktioniert der Strommarkt in Europa? (22.09.2023/ Dieter Kaufmann, Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt am Main) "Das Problemkind Europas bei der Stromversorgung ist eindeutig Frankreich", sagt Bruno Burger, Energieexperte am Freiburger Fraunhofer Institut. Der französische Dauerimport ist negativ für Deutschland, weil das europäische Angebot sinkt. Das bedeutet für Endkunden höhere Strompreise. "Frankreich importiert seit Jahren mehr Strom aus Deutschland, als dass es exportiert." Burger wertet auf der Seite energy-charts.info die täglichen Importe und Exporte europäischer Länder aus. Mit Daten von ENTSO-E, die wiederum Daten der Börsen beziehen.

Seine Graphen zeigen, dass Frankreich mindestens seit 2015 mehr Strom aus Deutschland importiert, als es exportiert. Die Versorgungssicherheit der AKW in Frankreich ist in normalen Zeiten bei 66 Prozent im Jahr. Die niedrigste Verfügbarkeit von AKW weltweit. Wie lange die Rost-Atommeiler ausfallen und ob noch weitere wegen Korrosionsproblemen oder Wassermangel von der zunehmenden Dürre gestoppt werden, kann der AKW-Betreiber EDF nicht sagen.

Trotzdem hält sich im Nachbarland und auch in deutschen Diskussionen hartnäckig die Annahme, Deutschland müsse französischen Atomstrom nutzen. Diese Behauptung fußt häufig auf Graphen, die Stromflüsse von Frankreich nach Deutschland zeigen – nicht aber den tatsächlichen Stromeinkauf.

Bruno Burger beobachtet diese Falschinformation schon seit Jahren – sowohl statista.de als auch das Statistische Bundesamt und zahlreiche Beiträge auf Social Media verwechselten immer die Stromflüsse mit dem Stromhandel. "Es kommt nur darauf an: Wer hat den Strom verkauft, und wer hat ihn gekauft?" Wenn jemand mit Rotwein in Frankreich losfährt und dann diesen über Deutschland in die Schweiz bringt, dann ist das auch kein Rotwein für Deutschland. Aber genau auf diese Weise würden die Stromflüsse fehlinterpretiert: Der französische Strom fließt zwar durch deutsche Leitungen, wird aber über die Schweiz nach Italien geführt.

Wir haben neu eine deutsche Presse, die fast nie mehr kritisch hinterfragt, sondern die Nachricht einfach raus haut in Zeiten von Internet. Je dramatischer wie Blackout umso besser. Das liberale Strommarktgeschehen (Ironie) haben Union, FDP, Wirtschaftswissenschaften und Unternehmen selber installiert und heute „vergessen“. Wer von billigem Atomstrom aus Frankreich babbelt, vergisst, dass der Atomstrom dauerhaft in Frankreich sehr hoch subventioniert ist. Die bezahlen das dort über andere Steuern sowieso. Beiderseits des Rheines wird verbal gemogelt, dass sich die Balken biegen.

Frankreich muss sein Energiesystemmittelfristig mehr auf Erneuerbar umkrempeln. Wer Frankreich kennt weiß, dass dies einen langen Atem braucht, und sehr viele neue gallische Dörfer notwendig sind!

Stromhandel in Europa mit 36 Staaten und 43 Netzbetreiber

Bis 1998 hatten wir einen Strommonopolgebietsmarkt nach dem Energiewirtschaftsgesetz von 1935 fast unverändert. 1999 hat die CDU/FDP Bundesregierung die EU Beschlüsse umgesetzt. Ab da einen „liberalisierten“ EU-Strommarkt. Ab 2009 die ENTSO-E. Die Ukraine und Türkei sind „Beobachter“.

Handel mit Strom

Auf Spotmärkten(Tagesgeschäft) finden kurzfristige Käufe und Verkäufe statt, zum Beispiel von heute für morgen oder sogar noch für denselben Tag. Das passiert an Strombörsen"EPEX" in Paris und Oslo.

Langfristige Verträgewerden aufTerminmärkten vereinbart, da geht es um Stromverträge mit vielen Jahren Vorlauf. Die Strombörse Leipzig ist zuständig, die "European Energy Exchange" (EEX). Die Grundversorger handeln in der Regel Stromverträge für zwei Jahre in die Zukunft aus. Große Energieverbraucher sind daran beteiligt.

Der Intraday-Handel von Strom findet sowohl an Spotmärkten wie der EPEX Spot (Spotmarkt der European Power Exchange) in Paris und bei Nordpool in Oslo statt als auch im OTC-Handel (Over-the-Counter).Das sind außerbörslich ausgehandelte Verträge zwischen Beteiligte am Stromhandel. Wie der Day-Ahead-Handel findet der Intraday-Handel anonymisiert und an jedem Tag im Jahr statt. Strom aus Fossilen sowie aus erneuerbaren Energien wird gleichwertig und ohne Nachweis der jeweiligen Stromherkunft gehandelt.

Die Stromversorger legen den Strompreis nach eigenem Ermessen fest. Preis für den Strom, für den Vertrieb, die Verwaltung, Beträge für Stromleitungen, staatliche Beträge wie Steuern, Netzentgelte, Umlagen usw. Die „stromfremden“ Kosten machen die Hälfte derStromkosten aus. Dazu kamen bis zur Abschaffung der EEG-Umlage 2022 mindesten fünf Mrd. Euro zum Ausgleich der energieintensiven Unternehmen, wie Stahlkocher, Aluminiumwerke, Chemieanlagen usw. Das bezahlten nur die Stromkunden. Heute zahlendieenergieintensiven Firmenkeine Stromsteuern. Sie werden ihnen erlassen.

Das „Merit-Order-Prinzip“.Das hat zwei wesentliche Funktionen.Zum einen stellt das Prinzip sicher, dass zunächst die jederzeit günstigsten Kraftwerke eingesetzt werden, das sind die Anlagen für erneuerbare Energien, danach Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke. Am teuersten sind Erdgaskraftwerke. Das war schon immer so. Erdgas ist nur für kurzfristigen Spitzenbedarf gedacht. Das wird schnell ein und ausgeschaltet.

Zum anderen schafft das "Merit-Order-Prinzip" Anreize, in besonders effiziente Kraftwerke, wie in Erneuerbare Energien zu investieren. Diese werden durch den rasanten technologischen Fortschritt weltweit immer billiger. Das „übersehen“ die Atombefürworter einfach. Die sehr hohen Subventions-, Investitions- und Rückbaukosten von AKW bilden sich im Merit-Order-Wirtschaftsmodell nicht korrekt ab.

Dieter Kaufmann, Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt am Main, Stand 22.09.2023

 


Allgemeine Erläuterungen:

Wir bekommen Strom aus Norwegen, Dänemark (Erneuerbare Energien) und geben im Winter Strom weiter an alle Länder an unseren Grenzen. Das wären Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Belgien, Niederlande und andere. Atomstrom aus Frankreich leitet Deutschland nach Österreich, Schweiz, die den Atomstrom unter Umständen auch weiterleiten z. B. nach Italien oder Tschechien und andere Mitteloststaaten. https://www.energy-charts.info/charts/import_export/chart.htm?l=de&c=DE

Verwendete Quellen und Hinweis auf Informationen:

Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber
https://de.wikipedia.org/wiki/Verband_Europ%C3%A4ischer_%C3%9Cbertragungsnetzbetreiber#cite_note-Members-1

ENTSO-E Mitgliedsunternehmen
https://www.entsoe.eu/about/inside-entsoe/members/

Europäische Übertragungsnetzbetreiber (ETSO)
https://www.entsoe.eu/news-events/former-associations/#european-transmission-system-operators-etso

VERORDNUNG (EG) Nr. 714/2009 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
vom 13. Juli 2009 über die Netzzugangsbedingungen für den grenzüberschreitenden Stromhandel und zur Aufhebung  der Verordnung (EG) Nr.  1228/2003 (Text von Bedeutung für den EWR)
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32009R0714

Energiesektor in Frankreich: Der Preistreiber Europas

Die Zeit, Annika Joeres – 03.08.2022 (Sie lebt in Südfrankreich und schreibt gute Artikel.)
https://annika-joeres.de/ueber-mich/

https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-08/deutschland-frankreich-atomstrom-energie-stromhandel#comments

Börsenstrompreis
https://www.energy-charts.info/charts/price_average_map/chart.htm?l=de&c=DE

Grenzüberschreitender Stromhandel zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern in 2023
https://www.energy-charts.info/charts/import_export/chart.htm?l=de&c=DE
Im Kreis am Rand z.B. DE anklicken oder andere Länder

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International
news-1866 Wed, 20 Sep 2023 11:14:23 +0200 „Strahlung geht uns alle an“ https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/strahlung-geht-uns-alle-an 35. Mobile Atomaufsicht – Kontinuität im Protest gegen Schacht KONRAD – das tut immer noch not!

Seit 2015 findet in regelmäßigen Abständen die Mobile Atomaufsicht am Schacht KONRAD statt - am Freitag, den 8. September zum 35. Mal. Ein denkwürdiges Jubiläum – als Zeichen für kontinuierlichen Protest und Kritik an Schacht KONRAD als geplantes bundesweites Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll.

Mit den über 20 Teil Teilnehmer*innen des KONRAD-Seminar der IG Metall kamen insgesamt ca. 50 Menschen am Schacht KONRAD zum Protest zusammen. Bei strahlendem Sonnenschein – so macht Protest auch Spaß. Und legte auch den Vergleich nahe, dass jeder der Teilnehmer*innen sich vor Sonnenbrand schützen kann, vor radioaktiver Strahlung jedoch nicht. „Strahlung geht uns alle an“ war dann auch das Motto des Transparents, das die Teilnehmer*innen gemeinsam am Freitagvormittag sozusagen als grafische Zusammenfassung der Seminarinhalte sehr eindrucksvoll gestaltet haben.

Seit Jahren ist es gute Tradition, dass das fünftägige KONRAD-Seminar mit der Mobilen Atomaufsicht endet. Diese bereiten die Teilnehmer*innen gemeinsam vor - mit Aktionen, Reden und Transparenten. Das ist für sie eine gute Möglichkeit, ihre Betroffenheit auszudrücken über die Gefahren, die Inbetriebnahme von Schacht KONRAD für sie und die Region mit sich bringen würde. Einig waren sich die Teilnehmer*innen des Seminars, dass hier vor langer Zeit eine falsche Entscheidung getroffen wurde. Die Sorge, die sie in ihren Redebeiträgen ausdrückten ist, ist die Sorge um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder und auch über die (ihre)Arbeitsplätze; nämlich darüber, dass die sog. ‚BIG Arbeitgeber‘ der Region abwandern. In der Woche haben sie viel an Informationen zum geplanten Endlager erhalten und intensiv diskutiert.

Das Seminar bewegt immer wieder Teilnehmer*innen dazu, als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft KONRAD beizutreten und auch selbst aktiv zu werden. „Denn wenn wir nicht selbst aktiv werden hier in der Region, wer soll kann sonst die Inbetriebnahme von Schacht KONRAD verhindern“ so einer der Redner bei der Mobilen Atomaufsicht. Mitglied werden

Die Teilnehmer*innen fordern: Schluss mit dem Geldversenken! Baustopp bei KONRAD! Für die Zukunft unserer Kinder!

 

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Konrad konrad-gameover
news-1865 Wed, 20 Sep 2023 10:00:00 +0200 Aktionstag gegen Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/aktionstag-gegen-atommuell-transporte-von-juelich-nach-ahaus 18.09.2023 Pressemitteilung der Landeskonferenz der Anti-Atom-Initiativen in NRW

Aktionstag gegen Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus geplant. Bürgerinitiativen aus NRW trafen sich in Ahaus. Kritik an Atommüll-Politik

Am 15. Oktober soll es einen Aktionstag gegen die drohenden Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus geben. Das beschloss die Landeskonferenz der Anti-Atominitiativen in NRW, die am Wochenende in Ahaus tagte. Anwesend waren über 25 Delegierte aus ganz NRW, darunter auch aus den Atomstandorten Ahaus, Gronau, Jülich und Würgassen.

Die beschlossenen Protestaktionen wenden sich gegen die Pläne, ab 2024 die ca. 300. 000 Kugel-Brennelemente des stillgelegten Jülicher Versuchsreaktors AVR mit insgesamt 152 CASTOR-Transporten  innerhalb von 2 Jahren per LKW von jeweils 130t Gewicht nach Ahaus zu transportieren. Die Initiativen sind übereinstimmend der Meinung, dass diese problematischen Straßentransporte unterbleiben und die Castoren stattdessen in einer neu zu errichtenden Lagerhalle in Jülich bleiben sollten. Doch dieser dringend benötigte Neubau wird seit 10 Jahren seitens der Jülicher Entsorgungsgesellschaft (JEN) systematisch verschleppt.

„Die geplanten Transporte sind nicht nur riskant, sie sind zudem unsinnig“, so ein Sprecher der Initiativen: „Die Kugelbrennelemente sind in der vorliegenden Struktur, die nicht einmal sauber deklariert ist, keinesfalls endlagerfähig. Sie müssten abgereichert und konditioniert werden. Entwicklung und Durchführung eines Konzeptes dafür kann aus technischen wie auch rechtlichen Gründen nicht in Ahaus stattfinden. Irgendwann müssten also erneut 152 Transporte zurück nach Jülich oder einen anderen Ort mit den entsprechenden Einrichtungen durchgeführt werden.“

Am 15. Oktober wird es Kundgebungen in Jülich und Ahaus geben, aber auch an verschiedenen Orten entlang der möglichen Transportstrecke. Besonders ins Auge gefasst werden dabei Rheinbrücken, die für mögliche Transporte  infrage kommen.

Die Landeskonferenz befasste sich auch mit den Problemen anderer Atom-Standorte in NRW. Auf völliges Unverständnis stießen dabei die Absichten der URENCO, die Produktion der Urananreicherungsanlage in Gronau weiter zu steigern und darüber hinaus weitere Lagerhallen und Bearbeitungsstätten für verstrahlte Zentrifugen zu bauen. Dies stehe in Widerspruch zu dem beschlossenen Atomausstieg in Deutschland, die Anlage müsste stattdessen geschlossen werden. Auch die Pläne für die Errichtung eines gigantischen zentralen Bereitstellungslagers für schwach- und mittelradioaktiven Müll in Würgassen, das dem Endlager Schacht Konrad vorgeschaltet werden soll, werden von den Initiativen abgelehnt: Bauliche Probleme und wiederholte Verzögerungen zeigen, dass das stillgelegte Erzbergwerk Schacht Konrad als Endlager völlig ungeeignet ist. Zudem ist das Bereitstellungslager einer Studie der Länder NRW und Niedersachsen zufolge überflüssig.  Kriterien des Bevölkerungs- und Strahlenschutzes blieben bei seiner Planung gänzlich unberücksichtigt.

Bei der Konferenz wurde der Blick auch über die Landesgrenzen hinaus gerichtet: Kritik gab es daran, dass für die Brennelemente-Fabrik im benachbarten Emsland weiterhin Lieferverträge mit Russland abgeschlossen würden. Besorgnis lösten auch die Ankündigungen aus den Niederlanden aus, Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen.

Kontakte: Für Ahaus: Hartmut Liebermann, Tel.0163-6008383 | Für Jülich: Marita Boslar, Tel. 0176-52270865 | Für Gronau: Udo Buchholz, Tel. 02562-23125

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Bundesweit
news-1864 Mon, 18 Sep 2023 13:19:44 +0200 "ASSE II – Wann wird der Müll eigentlich herausgeholt?" https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/asse-ii-wann-wird-der-muell-eigentlich-herausgeholt Zum aktuellen Stand des Rückholungsverfahrens

(18.09.2023/CS) Die Frage lässt sich nicht seriös beantworten. Das liegt insbesondere daran, dass dieses Vorhaben weltweit bisher einmalig ist. Auf der anderen Seite gibt es keine verantwortbare Alternative. Das war 2010 das Ergebnis des Optionenvergleichs, den das zu der Zeit zuständige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf Druck der ASSE 2-Begleitgruppe durchgeführt hatte. Die beiden anderen Optionen waren die „Vollverfüllung“ (Verbleib des Atommülls und Verfüllung der Hohlräume mit Sorelbeton und Flüssigkeit) und „Umlagerung“ (in neu zu schaffende Hohlräume in tieferen Schichten und erst dann eine Vollverfüllung). Für diese beiden Optionen konnte der Langzeitsicherheitsnachweis nicht geführt werden.

Die mangelnde Standsicherheit des ehemaligen Salzbergwerks kann aber auch die Umsetzung der Rückholung der 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall gefährden. Wenn es nicht mehr zu verantworten ist, Mitarbeiter in und vor den Kammern arbeiten zu lassen, muss die Rückholung abgebrochen werden und es bleibt dann nur – trotz aller Risiken - die Option „Vollverfüllung“. Aus dieser Konstellation ergibt sich der Zeitdruck für die Rückholung.

Es kann aber auch zu einer Situation führen, dass ein Ereignis von der jetzt zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ausgenutzt wird, um die Rückholung abzubrechen, obwohl es nicht zwingend notwendig wäre. Die Motivation könnte sein, sich die aufwändigen Arbeiten zur Rückholung ersparen zu können. Ein Beispiel hierfür ist, wie eine erhöhter Laugenzufluss eingeschätzt wird. Bei solchen Fragen war es wichtig, dass es seit 2007 eine ASSE 2-Begleitgruppe (A2B) gab, die mit Hilfe der sie beratenden Wissenschaftlern sich eine unabhängige Meinung bilden konnte.

Ende 2022 hat die A2B den – als Vorbild für den laufenden Endlagersuchprozess geltenden – Begleitprozess beendet. Grund war, dass das zuständige Bundesumweltministerium (BMUV) sich bis heute weigert, einen fairen und ergebnisoffenen Standortvergleich für das notwendige oberirdische Zwischenlager für den rückgeholten Atommüll auch mit assefernen Standorten durchzuführen. Stattdessen gehen die Arbeiten zur Errichtung des Zwischenlagers am Standort „Kuhlager“ auf dem Betriebsgelände weiter.

Im Februar 2021 gab es noch einen Versuch, den Begleitprozess zu retten: Die beteiligten Parteien verständigten sich darauf, dass 4 unabhängige Expertinnen und Experten die getroffene Standortentscheidung in einem „Beleuchtungsbericht“ überprüften. Das Ergebnis wurde im Herbst 2021 vorgestellt und war aus Sicht der A2B, aber auch von dem zu dieser Zeit amtierenden Niedersächsischen Umweltminister Lies eindeutig: Die Region habe ein Recht – allerdings nicht im juristischen Sinn – auf einen Standortvergleich auch mit assefernen Standorten.

Die BGE will das notwendige Zwischenlager und die Konditionierungsanlage (der geborgene Atommüll muss neu verpackt werden) auf dem „Kuhlager“, direkt auf dem Betriebsgelände errichten und hat einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) gestellt. Da es sich hier aber um ein FFH-Gebiet handelt, darf eine derartige Anlage nur genehmigt werden, wenn es keine zumutbare Alternative gibt. Aus Sicht der Initiativen ist es zwingend, dass im Rahmen des Raumordnungsverfahren (RoV) ein Standortvergleich auch mit assefernen Standorten durchgeführt werden muss.

Es ist derzeit noch offen, wie die für das ArL zuständige Ministerin, Miriam Staudte von den GRÜNEN, zu dieser Frage steht. Auf jeden Fall ist absehbar, dass der von der BGE genannte Termin 2033 für den Beginn der Rückholung nicht zu halten sein wird.

Claus Schröder

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Asse II
news-1861 Sat, 16 Sep 2023 16:41:08 +0200 Ein erfreuliches Jubiläum: Vor 25 Jahren wurde die Einlagerung von Atommüll in Morsleben beendet https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/ein-erfreuliches-jubilaeum-vor-25-jahren-wurde-die-einlagerung-von-atommuell-in-morsleben-beendet (16.09.2023 | US) Vor 25 Jahren, am 26. September 1998 errangen die Gegner*innen der Einlagerung von radioaktiven Abfällen in das alte Salzbergwerk Morsleben in Sachsen-Anhalt vor Gericht einen durchschlagenden Erfolg. Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg stoppte die Einlagerung und entschied, dass für den Weiterbetrieb neue Genehmigungen eingeholt werden müssten, worauf Betreiber und Bundesregierung aber verzichteten.

Nach intensiver Vornutzung – Salzabbau, unterirdischer Rüstungsproduktion im Nationalsozialismus, Broilerzucht in der DDR – nutzte die DDR-Führung Morsleben ab den 1970er Jahren als Atommüllendlager. 1990 wurde das Lager mit einem Trick zum Bundesendlager. Einen Tag vor der Vereinigung von BRD und DDR wurde das ERA Morsleben aus dem Besitz der Kombinates "Kernkraftwerke Bruno Leuschner" in den Besitz des Staatlichen Amtes für Strahlenschutz (SAAS) überführt. Mit dem Tag der Vereinigung ging es dann automatisch in die Zuständigkeit des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) über, der Behörde die gesetzlich berechtigt war, "Endlager" zu betreiben. Damit konnte das BfS von der Bestandsgarantie des Einigungsvertrages nutznießen. Infolge des im Einigungsvertrag garantierten "Bestandsschutzes" für DDR-Altanlagen wurde die Betriebsgenehmigung automatisch bis zum 30.Juni 2000 verlängert, ohne Öffentlichkeitsbeteiligung und ohne Langzeitsicherheitsnachweis.

Noch 1990 beauftragte die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD gemeinsam mit dem BUND Niedersachsen, Greenpeace und dem Deutschen Bund für Vogelschutz die Gruppe Ökologie mit einer Schwachstellenanalyse des Atommülllagers. Das Ergebnis war verheerend: permanente Wasserzuflüsse, kein ausreichendes Deckgebirge, fehlender Langzeitsicherheitsnachweis, vagabundierende flüssige Abfälle, usw. 1991 konnte die Einlagerung zum ersten Mal gerichtlich gestoppt werden.

1994 wurde der Betrieb wieder aufgenommen und trotz erheblicher Sicherheitsbedenken bis 1998 mehr radioaktive Abfälle nach Morsleben gebracht als in DDR-Zeiten. Geprägt war die Einlagerungszeit durch Auseinandersetzungen zwischen dem Land und den Bundesumweltminister*innen Töpfer und Merkel, die mehrfach per atomaufsichtlicher Weisung den Weiterbetrieb erzwangen. Bundesumweltministerin Merkel erteilte ihrer sachsen-anhaltischen Kollegin sogar einen Maulkorb und forderte sie auf, in der Öffentlichkeit keine negative Sicherheitsbewertung mehr abzugeben

Seitdem läuft das Planfeststellungsverfahren auf Stilllegung der Anlage. Wobei Stilllegung den Verschluss und den Abbau der übertägigen Anlagen bedeutet. Ein Endlager ist per se in permanentem Dauerbetrieb, soll es doch die Radionuklide ewig von der Biosphäre abhalten. 2009 wurden die Stilllegungspläne ausgelegt. Dagegen wurden 13.000 Einwendungen eingelegt. So will der Betreiber - inzwischen die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) - die illegal in Morsleben zwischengelagerten Strahlenquellen und ein 280-l-Fass mit Radium-226, die etwa zwei Drittel der Aktivität in Morsleben ausmachen, einfach in dem Lager mit einschließen.

Gescheiterte Großversuche mit den Strömungsbarrieren und relevante Kritik der Entsorgungskommission an den Plänen des BfS machten bisher einen Strich durch die Rechnung, Morsleben schnell zu schließen. Auch nach 25 Jahren können bisher weder das BfS noch seine Nachfolgerin, die BGE die Langzeitsicherheit für Morsleben nachweisen. Laut aktueller Planung will die BGE Ende der 2020er Jahre die Stilllegungsgenehmigung erhalten und Mitte der 2040er Jahre die Stilllegungsmaßnahmen abschließen.

Weitere Informationen zum ERA Morsleben hier auf atommuellreport.de/era-morsleben

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Morsleben
news-1860 Fri, 15 Sep 2023 15:06:48 +0200 KONRAD wackelt - Statik falsch berechnet https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/konrad-wackelt-statik-falsch-berechnet (KONPress, 15.09.2023) Wieder einmal vom eigenen Handeln überrascht zeigte sich die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE). Beim notwendigen Wechsel des Führungsgerüstes für Schacht KONRAD 1 sind offenbar gravierende Fehler begangen worden.

„Schon alleine die Vorhaltung eines Baugerüstes völlig unnötiger Weise über ein halbes Jahr ist eine Verschwendung von Steuermitteln. Die Herstellung der für den Wechsel benötigten Elemente bevor überhaupt die Prüfstatik vorliegt, riskiert weitere unnötige Ausgaben.“, so Marianne Neugebauer vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD.

„Für uns ist die einzig richtige Konsequenz der sofortige Baustopp bevor weitere böse Überraschungen folgen.“, so Neugebauer.

Die Arbeiten können laut Aussage der BGE nicht wie geplant umgesetzt werden. Grund dafür sind mangelhafte Statik-Berechnungen weshalb der Führungsgerüstwechsel von Oktober 2023 auf das zweite Quartal 2024 verschoben werden muss.

Pressedienst der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. | Rückfragen: 0176 239 29 233

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Konrad Presse
news-1858 Thu, 14 Sep 2023 08:26:56 +0200 Brennelemente-Fabrik Lingen endlich schließen! https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/brennelemente-fabrik-lingen-endlich-schliessen 40 weitere Urantransporte aus Russland nach Lingen

14.09.2023// Pressemitteilung von Bündnis AgiEL und .ausgestrahlt Atomfabrik Lingen hält an Uranimporten aus Russland fest / Bundesamt genehmigt weitere 40 Transporte / Lieferant ist der aktiv am Krieg gegen die Ukraine beteiligte russische Staatskonzern Rosatom

Das Atommüll-Bundesamt BASE hat mit Zustimmung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 40 weitere Urantransporte aus Russland zur Brennelemente-Fabrik im niedersächsischen Lingen genehmigt. Die erste Uran-Lieferung erfolgte bereits in der vergangenen Woche. Hierzu erklären Julian Bothe von der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und Alexander Vent vom Bündnis AGiEL:

„Die skrupellose Geschäftemacherei der Atomfabrik Lingen mit dem Kreml muss endlich ein Ende haben. Seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine hat die Brennelemente-Fabrik im Emsland bereits achtmal Uran aus Russland importiert. Jede Uran-Lieferung beschert dem Kriegstreiber Putin weitere Deviseneinnahmen. Alle Atomkraftwerke, die weiterhin Brennelemente aus Lingen beziehen, und alle Stromkund*innen, die den daraus erzeugten Atomstrom kaufen, unterstützen damit aktiv den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Die bisherige Genehmigung für die Importe war Ende Mai ausgelaufen. Dass die deutschen Behörden anderthalb Jahre nach Beginn des Krieges nun grünes Licht für bis zu 40 weitere Uran-Lieferungen gegeben haben, ist beschämend.

Dies gilt umso mehr, als die fortgesetzten Uranimporte aus Russland nach Lingen nur der Auftakt zur geplanten großen Atom-Kooperation mit dem direkt dem Kreml unterstellten russischen Staatskonzern Rosatom sind: In einem Joint Venture mit Rosatom will die Atom-Fabrik die Brennelemente-Produktion in Lingen sogar noch ausweiten – ungeachtet der aktiven Beteiligung ihres Geschäftspartners am Krieg gegen die Ukraine.

Die Bundesregierung darf diesen Plänen nicht weiter tatenlos zusehen. Sie muss die Atom-Geschäfte mit Rosatom unterbinden, den Ausbau der Brennelemente-Fabrik Lingen verhindern und diese endlich schließen.“


weitere Artikel auf der Seite vom Bündnis AGiEL - Atomkraftgegner*Innen im Emsland https://atomstadt-lingen.de/aktuelles/

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Bundesweit
news-1852 Mon, 11 Sep 2023 11:17:57 +0200 NRW-Landeskonferenz der Anti-Atom-Bewegung https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/nrw-landeskonferenz-der-anti-atom-bewegung Die BI-Ahaus lädt zur LAKO nach Ahaus ein:

Samstag 16. September von 13 bis 18 Uhr Dorothee-Sölle-Haus Gemeindezentrum der ev. Christuskirche Wüllener Str. 16.

Ahaus, Jülich, Würgassen und Gronau sind inzwischen der CORE-Bereich verfehlter atompolitischer Entscheidungen. Daher schlagen wir folgende Tagesordnung vor:

Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus (sinnlose Atommüllverschiebung)

URENCO in Gronau (Urangeschäfte mit Russland – kein Problem)

Würgassen (eine ganze Region im Würgegriff der Atomverwalter)

Brennelementefabrik in Lingen (Dort sollen nun mit Hilfe russischer Experten hexagonale (6-eckige) Brennelemente für den russischen Markt gefertigt werden)

AKW-Pläne in den Niederlanden (ein Blick über die Grenze)

Anmeldungen, Wünsche, Hintergründe bitte an mail[at]f-ruwe.de | https://www.bi-ahaus.de/

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Bundesweit
news-1849 Thu, 07 Sep 2023 12:22:57 +0200 Tschernobyl noch nicht gegessen https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/tschernobyl-noch-nicht-gegessen So hoch ist die radioaktive Belastung von Pilzen und Waldprodukten nach der Tschernobyl-Katastrophe. Die Messergebnisse des Umweltinstituts können Sie hier einsehen. (Umweltinstitut München/ 7.9.2023) In den durch den radioaktiven Niederschlag nach der Tschernobyl-Katastrophe belasteten Regionen weisen Wildpilzen und andere Waldfrüchten auch heute noch hohe Werte an künstlicher Radioaktivität auf. In Deutschland sind insbesondere Gebiete in Südbayern betroffen, etwa das Münchner Umland oder Teile der Alpen. Wildschweine, die sich von belasteten Waldfrüchten ernähren, können besonders viel Radiocäsium (Cäsium-137) in sich aufnehmen. Grund für die anhaltende Belastung ist, dass im Waldboden das Cäsium für die Pflanzen und Pilze verfügbar bleibt, weil es nicht wie im Ackerboden an Tonminerale gebunden wird. Dieser Effekt wird durch den Nährstoffkreislauf im Wald (das Pflanzenmaterial verrottet vor Ort) noch verstärkt. Mehr dazu können Sie in unserer Broschüre „Pilze und Wild – Tschernobyl noch nicht gegessen“ nachlesen.

So interpretieren Sie unsere Messwerte

Da sich die Belastung aufgrund der Langlebigkeit von Cäsium-137 (Halbwertszeit 30 Jahre) nur langsam ändert, kann ein Blick in die Messergebnisse der letzten Jahre relevante Informationen liefern. Wichtig ist, dass starke Schwankungen innerhalb von Regionen auftreten können. Dies liegt an den teils sehr kleinräumigen schauerartigen radioaktiven Regenfällen 1986, sowie an anderen Effekten wie etwa Verwehungen vor Ort. Zudem nehmen manche Pilzsorten Radioaktivität stärker auf, als andere. So sind beispielsweise Maronenröhrlinge und Semmelstoppelpilze bei gleicher Bodenkontamination üblicherweise stärker belastet als Steinpilze oder Pfifferlinge. Zur Ansicht in unserer > interaktiven Karte wählen Sie einen 5-Jahreszeitraum aus. Die vollen Datensätze können Sie >herunterladen und nach Herkunft, Probendatum und Sorte filtern.

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Bundesweit
news-1847 Thu, 31 Aug 2023 10:00:00 +0200 35. Mobile Atomaufsicht am Schacht KONRAD https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/35-mobile-atomaufsicht-am-schacht-konrad 35. Mobile Atomaufsicht 8. September 2023 ab 15.00 Uhr

(29.08.2023/CK) Das KONRAD-Seminar der IG Metall ruft für Freitag, 8. September zur 35. „Mobilen Atomaufsicht“ am Gelände des geplanten Atommülllagers Schacht KONRAD auf. Treffpunkt ist um 15:00 Uhr an der Schranke am Feldweg vor Schacht 1.

Traditionell erarbeiten die Kolleginnen und Kollegen während der Seminar-Woche kreative Widerstandsaktionen, entwerfen eigene Transparente und gestalten die Aktion am Schacht selbst. Es ist immer eine Überraschung und lohnt sich auf jeden Fall, zur Mobilen Atomaufsicht zu kommen. Flyer zum download

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Konrad Arbeitsgemeinschaft
news-1846 Tue, 29 Aug 2023 10:25:28 +0200 Laufzeitverlängerung für das niederländische AKW Borssele geplant https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/laufzeitverlaengerung-fuer-das-akw-borssele-geplant (29.08.2023/ Atommüllreport) Obwohl das Atomkraftwerk Borssele nur 3,1% zur niederländischen Stromproduktion beiträgt, hält die Regierung an dem Betrieb des Reaktors fest. Bereits 2006 wurde die Laufzeit bis zum 31.12.2033 verlängert. Derzeit ist eine Verlängerung von weiteren 10 oder 20 Jahren in Planung. Damit könnte das AKW Borssele, das vor 50 Jahren (1973) ans Netz ging, bis zu 80 Jahre in Betrieb sein.

Im Vorfeld der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung hat der BUND im Juli 2023 eine Einwendung gegen das Vorhaben eingereicht. Eine Lösung für die dauerhafte Lagerung von Atommüll in den Niederlanden ist nicht in Sicht. Weder für schwach- und mittelradioaktiven, noch für hochradioaktiven Müll gibt es Programme für die Suche oder Errichtung von tiefengeologischen oder oberflächennahen dauerhaften Lagern. Im Gegenteil zeichnet sich ab, dass es schwierig werden wird, geeignete Gesteinsformationen in dem Land zu finden.

Und so sucht das Land nach Lösungen, den strahlenden Müll in andere Länder zu exportieren. weiterlesen Atommüllreport

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International
news-1843 Wed, 23 Aug 2023 11:08:57 +0200 AG Schacht KONRAD unterwegs https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/ag-schacht-konrad-unterwegs (23.08.2023/SW) Immer, wenn es das Wetter zulässt, sind wir gern auch draußen unterwegs und informieren an unserem Infostand über alles, was mit Atommüll zu tun hat:

Wie ist der aktuellen Stand bzgl. Widerruf des Planfeststellungsbeschlusses für Schacht KONRAD? Was passiert an der Asse? Wie lange dauert die Planfeststellung für Morsleben noch? Wird die Atommüllfabrik in Thune erweitert oder (hoffentlich) geschlossen? Was macht die "Endlager"-Suche? Zu allen Themen haben wir immer viele Informationen und sind damit nah und fern unterwegs.

Nach unseren letzten Infoständen beim Mai-Fest, dem Wolfenbütteler Umweltmarkt und dem e-Ventschau sind wir am Sonntag, 27. August beim Windfest der Fa. Windstrom in Uetze und am Sonntag, 3. September auf dem Hoffest vom Lindenhof in Eilum.

Wir freuen uns auf euren Besuch!

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Regional Arbeitsgemeinschaft
news-1844 Wed, 23 Aug 2023 10:00:00 +0200 Lehrpfad Atommüll in Bleckenstedt https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/lehrpfad-atommuell-in-bleckenstedt Neugestaltung macht ihn moderner, sichtbarer  und aussagekräftiger

(23.08.2023/CS/MN) Eine Arbeitsgruppe, zum größten Teil bestehend aus der Fachgruppe Konrad, hat sich auf die Neugestaltung des Lehrpfads Atommüll, auf die Fahne geschrieben.

Der aktualisierte Lehrpfad wird aus 12 Tafeln bestehen, die um die Schacht Anlage Konrad 1 und in Bleckenstedt aufgestellt werden. Jede Tafel soll mit einem neuen Thema gekennzeichnet sein und ebenso mit dem Hinweis, wo sich weitere Tafeln befinden. Ziel ist es ein nachhaltiges und vor allem beständiges Format für diesen informativen Atommülllehrpfad zu kreieren. Dieser tolle Rundweg mit einer Strecke von rund 4 km lädt dazu ein, ihn mit der Familie und Freunden zu Fuß oder mit dem Rad zu begehen oder befahren und sich zu informieren.

Einen Teil der Finanzierung ist bereits geklärt. Über eine finanzielle Unterstützung für die Neugestaltung des Lehrpfades, der über Schacht KONRAD, die Arbeitsgemeinschaft KONRAD und ihren Protest gegen die Einlagerung von Atommüll in Schacht KONRAD informiert, würden wir uns sehr freuen. Spenden | AG Schacht Konrad: Lehrpfad Atommüll

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Regional Arbeitsgemeinschaft
news-1842 Mon, 21 Aug 2023 11:09:07 +0200 Protestkundgebung gegen Atommüll-Transporte in Ahaus https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/protestkundgebung-gegen-atommuell-transporte-in-ahaus (PM BI Ahaus/ 21. 08.2023) Bürgerinitiativen bilden Aktionsbündnis gegen Atommüll-Transporte aus Jülich Über 100 Menschen versammelten sich am Sonntag zu einer Protestkundgebung in Ahaus gegen die geplanten Castor-Transporte aus Jülich:

Wie ein Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ erläuterte, wollen das Forschungszentrum Jülich (FZJ) und seine nukleare Entsorgungsgesellschaft (JEN) ihren Atommüll nach Ahaus bringen. Es geht dabei um ca. 300 000 abgebrannte Kugelbrennelemente (Kugel-BE) aus dem stillgelegten Versuchsreaktor AVR. Diese befinden sich in 152 Castor-Behältern.

Ab 2024 sollen dann also 152 Straßen-Transporte von Jülich nach Ahaus stattfinden. Eine Testfahrt ohne Behälter hat bereits stattgefunden. Die Transporte sollen durchgedrückt werden, so der Sprecher, obwohl alles dafür spricht, die Kugel-BE in Jülich zu belassen. Denn die für deren spätere Endlagerung notwendigen Konditionierungs-Maßnahmen können in Ahaus gar nicht entwickelt und durchgeführt werden. Vielmehr ist und bleiben dafür JEN und FZJ verantwortlich. Die aber wollen sich dieser Verantwortung entziehen.

Redebeiträge gab es auch von einer Sprecherin der Bürgerinitiative „Stop Westcastor“ aus Jülich, die diese Transporte ebenfalls ablehnt und für einen Verbleib in Jülich eintritt. Wie sie mitteilte, unterstütze selbst der Jülicher Bürgermeister ihre Forderung. Unterstützung bekundete auch ein Sprecher des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). Im Hinblick auf bevorstehende Aktionen gegen die Transporte des Atommülls aus Jülich gaben Bürgerinitiativen aus dem Münsterland, dem Emsland und vom Niederrhein die Gründung eines Aktionsbündnisses bekannt.

https://www.bi-ahaus.de/

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Bundesweit
news-1837 Wed, 16 Aug 2023 11:40:50 +0200 Rückbau Gorleben: Es kann losgehen https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/rueckbau-gorleben-es-kann-losgehen Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. 15. August 2023

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat den Auftrag zum Rückbau des Bergwerks Gorleben vergeben. Mitte 2024 könne laut BGE- Presseverlautbarung die Baustellenarbeit beginnen. Am 9. August 2023 wurde der Zuschlag durch die BGE erteilt. Demnach würden lediglich drei Jahre für die Verfüllarbeiten veranschlagt. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) spricht in einer ersten Stellungnahme von einer „wirklich guten Nachricht“, der Zeitplan sei jedoch „sehr ambitioniert.“ Ihr Sprecher Wolfgang Ehmke merkt jedoch an, dass beim Rückbau des Bergwerks auch Naturschutzbelange zu berücksichtigen seien: „Wir haben vorsorglich der BGE einen entsprechenden Katalog schützenswerter Flora und Fauna zukommen lassen, damit der Rückbau endlich beginnen kann.“

Wünschenswert sei hingegen der Erhalt des Mauerteils, der beim Rückbau der Überwachungsanlagen stehen blieb. „Dieser Mauerrest mit den Graffiti, den von der bewegten Geschichte der Gorleben-Auseinandersetzung zeugen, muss ein Denkmal für die industriepolitische Fehlentwicklung des letzten Jahrhunderts werden. Schließlich bleibt nach der Abschaltung der Atomkraftwerke der Müll. Die Suche nach einem Endlager wird sich noch Jahrzehnte hinziehen, für die Zwischenlagerung der hochradioaktiven Abfälle müsste inzwischen mit 100 Jahren gerechnet werden. Drei Generationen haben von Atomstrom profitiert, 30.000 Generationen dürfen sich mit den Folgen herumschlagen“, so Ehmke.

In dem Vergabeverfahren für den Rückbau setzte sich demnach eine Bietergemeinschaft durch, bestehend aus den Firmen Redpath Deilmann GmbH (Dortmund) und Thyssen Schachtbau GmbH Deutschland (Mülheim an der Ruhr). Der Beginn der Baustellenarbeiten vor Ort kann nach Vorliegen der bergrechtlichen Genehmigungen, nach derzeitiger Terminschätzung ca. Mitte 2024, erfolgen. Voraussetzung ist die bergrechtliche Genehmigung.

Für das Verfüllen des Bergwerks soll das Salz von der Salzhalde verwendet werden, die beim Ausbau des Bergwerks aufgefahren wurden. Die BI: „Das wird nicht reichen, es wäre gut, wenn die BGE zu all diesen Fragen einen Infoabend vor Ort einrichtet.“ Auf jeden Fall würden die Sonntagsspaziergänge an den Atomanlagen bis zum Ende des Rückbaus fortgesetzt.

Wolfgang Ehmke/ BI-Büro Rosenstr.20/ 29439 Lüchow/ 0170 510 56 06

Passend zum Thema:

https://www.bi-luechow-dannenberg.de/2023/04/28/das-wunder-von-gorleben/

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Niedersachsen
news-1829 Mon, 14 Aug 2023 12:52:25 +0200 Unkenntnis und Sorglosigkeit im Umgang mit radioaktiven Gefahren https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/unkenntnis-und-sorglosigkeit-im-umgang-mit-radioaktiven-gefahren (14.08.2023) Der Archiv-Verein Deutsches Atomerbe e.V. veröffentlich monatlich ein besonderes Fundstück aus dem Archiv. Ihr neustes Fundstück des Monats Juli 2023 ist die Stellungnahme der Regierung von Niederbayern vom 3. Dezember 1971 im Raumordnungsverfahren für das Kernkraftwerk Isar 1/Ohu 1 in der Gemeinde Ohu (heute eingemeindet in die Gemeinde Essenbach) bei Landshut. Zum vollständigen Dokument

Auf schriftlichem Weg wurden verschiedene Behörden im Verfahren beteiligt und gaben Stellungnahmen ab. Besonders bemerkenswert die Stellungnahme des Gesundheitsamts Landshut, die die Unkenntnis und Sorglosigkeit im Umgang mit radioaktiven Gefahren dieser Zeit exemplarisch widerspiegelt (S.6) Das Gesundheitsamt hat nicht nur die Errichtung eines Freibades zur Nutzung des Kühlwassers angeregt, sondern sogar vorgeschlagen, „ob bei einer stärkeren Radioaktivität das Wasser nicht als Heilbad wie z.B. in Bad Gastein usw. angeboten werden könne“.

Das AKW Ohu 1 wurde gebaut und ging 1977 – dann schon gegen erhebliche Proteste in der Bevölkerung – in Betrieb. Es ist ein Siedewasserreaktor der sog. Baulinie ´69 (für das Planungsjahr 1969) von Siemens/KWU und machte von Anfang an durch eine Vielzahl von Pannen u.a. mit radioaktiven Abgaben an die Umwelt von sich reden. Von den Gegner*innen des Reaktors wurde das AKW deshalb häufig als „Schrottreaktor“ oder „Pannenreaktor“ charakterisiert. Da dieser Reaktortyp besonders schlecht gegen Flugzeugabstürze gesichert ist, war er nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 auch Gegenstand weiterer öffentlicher Kontroversen. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima 2011 gehörte Ohu 1 mit Philippsburg 1, Brunsbüttel und Krümmel zu den 7 ältesten Anlagen, deren Betrieb eingestellt wurde.  

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Bundesweit Archiv Atomerbe
news-1827 Wed, 02 Aug 2023 13:20:00 +0200 Radioaktive Verseuchung der Meere bei Fukushima hat begonnen! https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/radioaktive-verseuchung-der-meere-bei-fukushima-steht-kurz-bevor (02.08.2023/ Korea-Verband Berlin/ Auszug aus dem Aufruf zur Mahnwache am 5.7.2023) „Die Entsorgung radioaktiv verseuchten Kühlwassers aus dem japanischen Fukushima-Kraftwerk steht unmittelbar bevor. Alle Anlagen zur Freisetzung und ein 1km langer Abflusstunnel sind bereits fertiggestellt. Bereits am 12. Juni wurde der zweiwöchige Probebetrieb der Kühlwasserentsorgungsanlagen in Gang gesetzt. Die internationale Atomenergieorganisation (IAEO/IAEA) hat am 05.07.2023 grünes Licht für das Vorhaben der japanischen TEPCO gegeben. Anfang August 2023 wird es so weit sein, dass ca. 1,3 Millionen Tonnen kontaminiertes Wasser 30 Jahre lang ins Meer eingeleitet wird.

Die Auswirkungen der radioaktiven Meeresverschmutzung werden nicht sofort sichtbar sein. Zum Beispiel dauerte es viele Jahre, bis die radioaktiven Schäden am Bikini-Atoll, welches ein Testgelände für US-Atomwaffen war, bestätigt wurden. Es kann also sein, dass es in den nächsten 1-2 Jahren nur schwer messbare Veränderungen gibt, wenn die Entsorgung des radioaktiven Kühlwassers aus Fukushima beginnt. Diese Freisetzung wird jedoch über einen Zeitraum von etwa 30 Jahren erfolgen.

Noch beängstigender ist der Ausblick, dass wenn die Entsorgung von kontaminiertem Wasser durch TEPCO und Japan international akzeptiert wird, die Entsorgung radioaktiven Abwassers ins Meer bei einem weiteren Atomunfall, der nicht wieder passieren darf, als kostengünstige und selbstverständliche Methode etabliert wird!“ Weiterlesen auf https://koreaverband.de/blog/2023/07/05/radioaktive-verseuchung-der-meere-bei-fukushima-steht-kurz-bevor/

Koreanische und japanische Gewerkschaften protestierten bereits im März 2023 gemeinsam vor der Tepco-Zentrale gegen das Vorgehen. Ein ausführlicher Bericht dazu ist auf Labournet veröffentlicht: 500 Menschen aus Fukushima und aus ganz Japan bei der Anti-AKW-Aktion am 11. März 2022 gegen Verklappung des Wassers und Wiederinbetriebnahme von AKWs!

(Sayonara Nuke Berlin/Protestschreiben, 29.07.2023) Aus den Augen, aus dem Sinn? Zurecht protestieren Nachbarländer und die südpazifischen Inselstaaten gegen das Vorhaben von Japan. Auch UN-Experten äußern ihre Besorgnis über die möglichen Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Sollte mit der Verklappung einmal begonnen werden, würde es als Präzedenzfall dienen für die zukünftige Meeresentsorgung verseuchten Wassers. Denn tatsächlich will Japan über mehr als drei Jahrzehnte das Meer, das mit allen anderen Meeren der Welt verbunden ist, noch mehr belasten, das ohnehin bereits stark unter verschiedenen Umwelteinflüssen leidet. Das Meer ist kein Müllentsorgungsort. Es ist unverantwortlich, die Kontamination noch mehr auszubreiten, anstatt sie möglichst abzugrenzen. Aber Tepco und die japanische Regierung wollen offensichtliche Unfallfolgen wie zahlreiche Wassertanks lieber unsichtbar machen, indem sie das Wasser ins Meer entsorgen. Das dürfen wir niemals akzeptieren!

In ihrem Protestschreiben fordern Anti-Atom-Initiativen

  • Keine Einleitung von radioaktivem Wasser ins Meer, egal ob in Fukushima oder anderswo!
  • Aufbau von Kontroll- und Forschungssystemen weltweit für alle Atomanlagen durch unabhängige Organisationen für Monitoring und Analyse der Ökosystemveränderungen und Gesundheitsauswirkungen
  • Transparente Kommunikation und Veröffentlichung von Forschungs- und Monitoringergebnissen

 

Sayonara Nuke Berlin: ganze Protestschreiben Japan will kontaminiertes Wasser aus Fukushima ins Meer einleiten. (Protestschreiben zum download)


Zum Thema siehe auch:

https://umweltfairaendern.de/2023/07/05/radioaktives-wasser-ins-meer-fukushima-wird-zum-internationalen-konfliktfall/

https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/atomausstieg/kontaminiertes-wasser-bedroht-umwelt-fukushima

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International
news-1825 Wed, 26 Jul 2023 10:49:07 +0200 Gedenkveranstaltungen zum Hiroshima Jahrestag in der Region https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/gedenkveranstaltungen-zum-hiroshima-jahrestag-in-der-region Salzgitter: Mahnwache zum Gedenk- und Jahrestag Hiroshima am Samstag, 5. August 2023 um 11 Uhr am Stadtmonument, In den Blumentriften, SZ-Lebenstedt

Am Hiroshima-Tag gedenken bundesweit Menschen der Opfer der Atombombenabwürfe auf die Städte Hiroshima am 6. August und auf Nagasaki am 9. August 1945 in Japan. Die Atombombenexplosionen töteten insgesamt ca. 100.000 Menschen sofort, weitere 130.000 starben in Japan an den Folgeschäden. Der Kreisverband Salzgitter Bündnis 90/Die Grünen lädt zum gemeinsamen Gedenken und mahnen ein.

Braunschweig: GEDENKEN & MUSIK »100 Kerzen auf der Oker - Hiroshimatag am Okerufer« Freitag 11. August 2023 , 21:00 Uhr , Braunschweig

Gedenken an die Atombombenopfer in Hiroshima und Nagasaki - mit Lesung & Musik (Sven Waida) Ort: Okerufer im Theaterpark (Hiroshima-Ufer), Braunschweig100 Kerzen schwimmen auf der Oker am Hiroshima-Ufer zur Erinnerung an die Toten und Verwundeten und an die Verwüstung zweier Städte. Mit 100.000 leuchtenden Papierlaternen auf dem Fluss Motoyasu gedenken die Einwohner von Hiroshima in jedem Jahr der zahllosen Opfer der Atombombenabwürfe. Die Lichter erinnern heute symbolisch an die vielen Menschen, die bei der Katastrophe verzweifelt im kühlenden Wasser der Flüsse in Hiroshima und Nagasaki Rettung vor dem ‚atomaren Feuer’ suchten. VA: Friedenszentrum Braunschweig

Hannover: Ein Zeichen gegen das Vergessen: Anlässlich des Atombombenabwurfs auf Hannovers Partnerstadt Hiroshima im Jahr 1945 lädt das Kulturbüro am 5. und 6. August wieder zu verschiedenen Gedenkveranstaltungen ein. Programm und Flyer zum download

Gronau: Sonntagsspaziergang am Hiroshimatag 2023 "Hiroshima und Nagasaki mahnen! Wir wollen der Opfer der Atombombenabwürfe gedenken", Start: 13 Uhr, UAA, Röngtenstr., Flyer siehe hier, VA: AKU Gronau


Weitere überegionale Termine auf https://www.friedenskooperative.de/termine/hiroshimatag

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Bundesweit Regional
news-1824 Wed, 26 Jul 2023 10:32:55 +0200 AKW Brokdorf: Castor falsch aufgehängt! https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/akw-brokdorf-castor-falsch-aufgehaengt (26.07.2023/ Dirk Seifert) Im AKW Brokdorf ist es beim Hantieren eines Castor-Behälters für hochradioaktive Brennelemente im Abklingbecken zu einem Störfall gekommen.

Offenbar ist der über 100 Tonnen schwere Behälter falsch in das Ladegeschirr des Krans eingehängt worden. Darüber informieren die Atomaufsichtbehörde in Schleswig-Holstein und PreußenElektra als Betreiber des inzwischen stillegelegten Reaktors. Die Handhabungen mit den bestrahlten Brennelementen finden neben dem Reaktordruckbehälter im sogenannten Abklingbecken unter Wasser statt. Der Behälter wird dabei in den Sicherheitsbehälter eingeschleust und per Kran auf den Boden des Beckens abgesenkt, um unter Wasser befindliche Brennelemente einzuladen.

Ein Absturz in dieses Becken mit Brennelementen könnte gravierende Sicherheitsrisiken zur Folge haben, die auch zu radioaktiven Freisetzungen führen würden, sollten Brennelemente dabei Schaden nehmen. (Foto: BGZ) Welche weiteren Schritt unternommen werden, um die Ursache und Folge des fehlerhaften hantierens zu klären ist unklar. Schon im letzten Jahr hatte es in Brokdorf einen Störfall beim Hantieren mit Brennstäben gegeben. Die Castor-Behälter mit den Brennelementen werden nach der Beladung in das benachbarte Zwischenlager transportiert. Dieses Lager wird von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) betrieben. weiterlesen auf UmweltFAIRändern

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Bundesweit
news-1820 Mon, 24 Jul 2023 10:23:24 +0200 Inbetriebnahme verschoben - Vergnügungspark rückt näher! https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/inbetriebnahme-verschoben-vergnuegungspark-rueckt-naeher (24.07.2023/ LW) Am 13. Juni 2023 kündigte die BGE an, die Inbetriebnahme von Schacht KONRAD auf die 2030er Jahre zu verschieben. Die BGE wähnt sich auf der „Zielgeraden“. Tatsächlich ist die erneute Verschiebung aber eine absolute Bankrotterklärung für Schacht KONRAD und die BGE.

Grundlegende Bedingungen einer modernen Standortsuche werden vom Projekt KONRAD nicht erfüllt: Prüfung von Alternativen, keine Nachnutzung eines alten Bergwerks, keine Lagerung in Rohstoffvorkommen, usw. Die Anlage entspräche weder dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik noch den Anforderungen, die an den Nachweis der Langzeitsicherheit sowie Rückholbarkeit der eingelagerten strahlenden Abfälle zu stellen ist.

Die Verantwortlichen in Bund und Ländern müssen die Realitäten akzeptieren, einsehen, dass KONRAD nie Endlager sein wird und endlich die einzig richtige Konsequenz daraus ziehen: Das Projekt KONRAD beenden und eine komplett neue Standortsuche für den schwach- und mittelradioaktiven Müll jetzt einleiten.

Unsere vorrangige Aufgabe in diesem Jahr: das Niedersächsische Umweltministerium dazu zu bewegen, dem Antrag von BUND und NABU auf Rücknahme der Genehmigung und Widerruf der Planfeststellung statt zu geben. Der zuständige niedersächsische Umweltminister Meyer hat eine Entscheidung über den Antrag für Ende 2023 angekündigt. Dann heißt es „Sekt oder Selters“ … und genau unter diesem Motto wollen wir eine Kampagne starten, um am Ende des Jahres den Sekt für uns kalt zu stellen.


„Mit der Inbetriebnahme der Baustelle für die Tagesanlagen auf Konrad 2 ist das Endlager nunmehr auf der Zielgeraden der Errichtung.“, so die BGE in ihrer Pressemitteilung zur X-ten Verschiebung des Inbetriebnahme Zeitpunkts für Schacht KONRAD.

Laut Duden ist eine Ziel|ge|ra|de: die gerade Strecke einer Lauf-, Rennbahn kurz vor dem Ziel.

Mal abgesehen davon, dass die Strecke auch im nächsten Jahrzehnt nicht gerade sein wird (dafür werden wir schon sorgen), bleibt die Frage nach der Länge. Legt man eine normale Wandergeschwindigkeit von 5 km pro Stunde zu Grunde, ergibt sich für den Zeitraum von heute bis 2030 (also dem ungefähr benannten „neuen“ Inbetriebnahme-Termin) eine Zielgeradenstrecke von 306600 km, also nicht ganz von hier bis zum Mond, bestimmt aber weit genug bis Wolkenkuckucksheim ...


 

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Konrad
news-1819 Wed, 19 Jul 2023 12:32:59 +0200 Atomunfall in russischer Uranfabrik mit einem Toten https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/atomunfall-in-russischer-uranfabrik-mit-einem-toten Bündnis-Pressemitteilung vom 17. Juli 2023 / Anti-Atomkraft-Initiativen fordern Aufklärung: Stammte defektes Uranfass aus Gronau oder Almelo?

Seit Mitte der 1990er-Jahre hat der deutsch-niederländisch-britische Atomkonzern Urenco aus den Uranfabriken in Gronau/Westfalen bzw. Almelo/Niederlande mehrere Zehntausend Tonnen abgereichertes Uranhexafluorid als Abfallstoff nach Russland geschickt, um die wesentlich teurere Entsorgung in Deutschland und den Niederlanden zu umgehen. Ein Hauptziel war dabei der Atomkomplex von Novouralsk. Zuletzt waren 2019/20 nochmal 18 000 Tonnen Uranhexafluorid als Uranmüll von Gronau nach Novouralsk gegangen.

"Es ist sehr traurig, dass ein undicht gewordenes Uranfass aus Gronau oder Almelo die Ursache für den tödlichen Unfall in Novouralsk gewesen sein kann. Die russische Umweltorganisation Ecodefense hat schon mehrfach berichtet, dass der Zustand der Uranfässer in Novouralsk und in den anderen Lagerstätten in Sibirien oftmals sehr schlecht ist. Die ersten Uranfässer aus Gronau lagern ja schon fast 30 Jahre vor Ort unter freiem Himmel. Wir fordern deshalb von Urenco, aber auch von der Atomaufsicht in Düsseldorf und Berlin, eine klare Auskunft darüber, ob eines der Gronauer oder Almeloer Uranfässer hier beteiligt ist. Und welche Lehren sind aus dem Unfall für die Uranfabrik Gronau zu ziehen? Den Betroffenen und den Angehörigen des Verstorbenen sprechen wir unser tiefes Mitgefühl aus," erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

“Die Explosion mit tödlichem Ausgang sowie die Freisetzung von hochtoxischem und radioaktivem Material in Novouralsk sind die Konsequenzen einer extrem niedrigen Sicherheitskultur in der russischen Atomindustrie. Russische Umweltschützer haben viele Male vor Unfällen in den russischen Urananreicherungsanlagen gewarnt sowie vor der Einfuhr von Uranmüll aus Gronau und Almelo. Aber die russische Regierung hat nicht zugehört. Deshalb sind weitere derartige Unfälle zu befürchten, weil die russische und die europäische Atomindustrie primär an ihren Profit und ihre geostrategischen Interessen denken," ergänzte Vladimir Slivyak, Ko-Vorsitzender der russischen Umweltorganisation Ecodefense und Träger des Alternativen Nobelpreises.

Der tragische Unfall bestätigt zugleich die Gefährlichkeit der Urananreicherung und der damit verbundenen Urantransporte. Uranhexafluorid (UF6) ist der Grundstoff für die Urananreicherung. Er bildet schon bei Berührung mit Luftfeuchtigkeit die äußerst toxische Flusssäure. Ein Unfall mit UF6 hat in Gronau 2010 zur Verstrahlung eines Arbeiters geführt. Die Initiativen und Verbände fordern deshalb schon lange einen Transportstopp für UF6. Auch gegen den unverantwortlichen Export nach Russland gab es im Münsterland, in den Niederlanden und auch in Russland immer wieder Proteste. Die letzten Transporte 2019/20 verstießen sogar gegen die damals schon geltenden EU-Sanktionen gegen Russland, da abgereichertes UF6 von Rosatom unter anderem zur Herstellung von panzerbrechender Uranmunition verwendet werden kann.

6. August: Mahnwache Urananreicherungsanlage Gronau
Am Sonntag, 6. August, findet um 13.30 Uhr vor der Urananreicherungsanlage Gronau zum 78. Jahrestag der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki eine Mahnwache statt. Zugleich soll daran erinnert werden, dass Urenco die Verantwortung für den eigenen Atommüll in Russland nicht einfach wegdelegieren kann. Diese Exporte nach Russland waren ein klares Zeichen der Verantwortungslosigkeit. Zugleich fordern die Initiativen und Verbände von der Atomaufsicht in Düsseldorf und Berlin endlich klare Schritte zur Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau im Rahmen des deutschen Atomausstiegs.

Kontakt:
Matthias Eickhoff, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Tel. 0176-64699023
Dr. Angelika Claußen, IPPNW, Tel. 0172-5882786
Vladimir Slivyak, Ecodefense, Tel. 0178-1792352

Weitere Infos:
www.sofa-ms.de, www.bbu-online.de, www.ippnw.de, www.bi-luechow-dannenberg.de

Verwendete Quellen:
taz.de/Wiederaufbereitungsanlage-in-Russland/!5947408/

https://www.derstandard.de/story/3000000178981/unfall-in-russischer-uran-anreicherungsanlage-zumindest-ein-todesopfer

Herausgeber*innen:
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bündnis AgiEL – Atomkraftgegner:innen im Emsland
Elternverein Restrisiko Emsland
BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
IPPNW – Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzt*innen in sozialer Verantwortung
Ecodefense

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International
news-1818 Wed, 12 Jul 2023 11:20:11 +0200 Feuer bei Buchler – Was bedeutet das? https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/feuer-bei-buchler-was-bedeutet-das (12.07.2023/ BISS) Als die Entsorgungskommission (ESK) des Bundesumweltministeriums 2012 und 2013 im Nachgang zur Reaktorkatastrophe von Fukushima am 11.März 2011 einen Bericht zur Untersuchung der Nuklearstandorte in Deutschland herausgab, betrachtete sie auch den Standort von Eckert & Ziegler in Braunschweig.

Die ESK betont darin den besonderen Status dieses Standortes, weil im Rahmen dieser Untersuchungen nur Eckert & Ziegler betrachtet werden sollte, aber dabei natürlich auch eine Risikoerhöhung durch die Nähe der beiden Firmen GE Healthcare (radioaktive Pharmazie/Jod131) und Buchler (Chemieanlage) zu erwarten ist, was noch zu betrachten wäre.

Aufgrund des Ausbleibens dieser geforderten Betrachtung erstellte die BISS auf der Berechnungsgrundlage der ESK einen Stresstest, der eine Worst Case Betrachtung im Falle einer 0,1%igen Freisetzung von radioaktiven Inventaren darstellt. Im Ergebnis müssten bei einem solchen angenommenen Unfall alle Anwohner bis zu einer Entfernung von 20km evakuiert werden. Die Korrektheit dieses Stresstest wurde durch eine Gutachterin bestätigt.

Mit der Störfallanalyse musste dann auch Eckert & Ziegler eine umfangreichere Betrachtung von Störfällen am Standort durchführen. Das Landesumweltministerium betonte in mehreren Gesprächen mit der Stadt Braunschweig und der BISS, dass bei der Prüfung der Störfallanalyse sämtliche Unfälle am Standort Braunschweig mit einbezogen worden sind.

Und nun, 11 Jahre später, hat das Landesumweltministerium im Rahmen der Prüfung der Strahlengenehmigung von Eckert & Ziegler viele der Klagepunkte der Anwohner im Gerichtsverfahren gegen diese Strahlengenehmigung tatsächlich erfüllt und damit auch Gefährdungspotentiale reduziert.

Und trotzdem… am 7.7.2023, morgens um 7:15 Uhr … Feuer bei Buchler – Was bedeutet das?

Es bedeutet: die ESK hatte Recht und die BISS hatte Recht, dass der Standort mitten im Wohngebiet, neben Schulen, KiTas und Kindergärten mit allen seinen Gefährdungen betrachtet werden muss und verlegt werden sollte. Ein Feuer bei Buchler ist auch eine Gefahr für die Nuklearanlagen von Eckert & Ziegler und GE Healthcare.

Gut, das nichts passiert ist. Schade, dass eine Pressemitteilung der Feuerwehr recht viel Zeit braucht, bis sie die Anwohner erreicht. Denn die Feuerwehr hat noch Maßnahmen zur „Entrauchung“ durchgeführt. Aber Anwohner waren nie in Gefahr. BISS e.V.

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Eckert&Ziegler
news-1817 Tue, 11 Jul 2023 14:39:35 +0200 Planungen für einen neuen Beteiligungsprozess eingestellt https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/planungen-fuer-einen-neuen-beteiligungsprozess-eingestellt Rückholung des Atommülls aus der ASSE bleibt für die AG oberstes Ziel

(11.07.2023/CS) Die obersten kommunalen Gremien vom Landkreis Wolfenbüttel und von den Samtgemeinden Sickte und Elm-Asse haben in fast gleichlautenden Beschlüssen und überwiegend einstimmig Beschlüsse gefasst, dass sie erst wieder in die Planungen für einen neuen Beteiligungsprozess einsteigen, wenn es einen Standortvergleich für das notwendige Zwischenlager mit zumindest einem assefernen Standort gibt. Damit reagieren sie auf die fortgesetzte Ablehnung dieser Forderung durch die BGE, aber auch vom BMUV, zuletzt von Umweltministerin Steffi Lemke bei ihrem Besuch an der Asse am 4. Mai d.J. Stattdessen gehen die Vorbereitungen für den Bau des Zwischenlagers in unmittelbarer Nähe der Schachtanlage (Standort „Kuhlager“) weiter: Die BGE hat einen entsprechenden Antrag auf Durchführung eines Raumordnungsverfahrens bei dem zuständigen Niedersächsischen Ministerium eingereicht.

Auf Einladung der ehemaligen ASSE 2-Begleitgruppe trafen sich Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und kommunalen Gremien auf Regionalforen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Auf dem letzten Treffen am 12.06.23 verständigte man sich darauf, die Planungen für einen neuen Beteiligungsprozess zurück zu stellen und in einem möglichst breiten Bündnis auf der politischen Ebene Druck auf das BMUV auszuüben, um den Standortvergleich doch noch durchzusetzen.

Da die finanzielle Unterstützung des BMUV für die Arbeitsstruktur der ASSE 2-Begleitgruppe Ende Juli ausläuft, wird auf Landkreisebene überlegt, als (übergangsweise) Notlösung ein „Fachausschuss ASSE“ einzurichten, in dem auch interessierte Bürger*innen als beratende Mitglieder von den Fraktionen berufen werden können. Für die AG Schacht KONRAD e.V. bleibt die Rückholung des Atommülls oberstes Ziel. Sie wird auch zukünftig in den entsprechenden Gremien mitarbeiten, um die Arbeiten der BGE möglichst gut kontrollieren zu können.

Claus Schröder

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Asse II Arbeitsgemeinschaft
news-1816 Thu, 06 Jul 2023 14:03:49 +0200 IG Metall-Seminar fordert Aus für Schacht KONRAD https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/ig-metall-seminar-fordert-aus-fuer-schacht-konrad (06.07.2023/ CK) Am 30.06.2023 fand im Rahmen des Konrad-Seminars der IG Metall Salzgitter-Peine die 34. Mobile Atomaufsicht statt. Auch dieses Mal lag eine intensive und hitzige Woche zu den Problematiken der Atommülllagerung in Deutschland und insbesondere der Region Braunschweiger Land hinter den 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie waren schockiert, wie groß und vielfältig die Probleme sind und wie wenig die Verantwortlichen nach wirklich sinnvollen Lösungen suchen.

Schnell wurde es im Laufe der Seminarwoche von den Teilnehmer*innen immer deutlicher: Wir müssen weiterhin sichtbar und lautstark unsere Stimme gemeinsam gegen das geplante Atommüllendlager Schacht KONRAD erheben. Gesagt, getan und so wurde am Freitagvormittag kurzerhand ein Transparent und Redebeiträge vorbereitet. Alle waren mit voller Energie dabei und sich sicher, nur so können wir etwas bewegen und das KONRAD-Projekt stoppen.

Um 15 Uhr war es dann soweit und wir versammelten uns vor dem Tor der Schachtanlage KONRAD 1. Christin Selensky moderierte die erste mobile Atomaufsicht zu der alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet wurden und begrüßte die ca. 50 Menschen, die dem Aufruf bei leichtem Regenwetter zur Schachtanlage gefolgt waren.

Anschließend übergab Christin das Mikrophon an die Seminarteilnehmer*innen Christian Gromöller, Steffanie Kühnhold, Mirco Hoffbauer und Dirk Neu.

Christian gab uns in seiner Rede noch eine Botschaft mit auf dem Weg: „Haltet weiterhin zusammen gegen Konrad, es ist noch ein sehr, sehr langer Weg den wir NUR gemeinsam gehen können, denn nur gemeinsam sind wir stark und können etwas bewegen."

Steffanie wies zurecht auf ein grundlegendes Problem hin: Der Schacht Konrad, ein altes Eisenerzbergwerk, wurde nicht für die dauerhafte Lagerung von Atommüll konzipiert. Es ist ein Fehler, auf Basis veralteter Daten und Methoden zu arbeiten und dabei neue Sicherheitsanforderungen zu ignorieren. Die Umweltministerin Barbara Hendricks sagte 2016: "Ich weiß nicht, ob Konrad sicher ist, aber jetzt haben wir es und dann nehmen wir es auch." Das ist inakzeptabel!“

Ihr, die Verantwortlichen Politiker, nehmt uns und unseren weiteren Generationen ein Stück sichere Lebensqualität“, äußerte Mirco seinen Unmut.

Dirk sprach ein deutschlandweites Problem mit dem Umgang von Atommüll an: „Alle deutschen Atomkraftwerke sind abgeschaltet, doch der Atommüll bleibt als radioaktives Erbe über Jahrmillionen erhalten und gefährdet weiter Mensch und Natur. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt, dass die Situation der 16 Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle immer noch teils hochproblematisch ist.“

Bevor Christin die Kundgebung offiziell beendete, informierte Carsten Kawka die Anwesenden am Schacht über die neuesten Entwicklungen zum Projekt KONRAD. „Die erneute Verschiebung der Inbetriebnahme in die 2030er Jahre macht es deutlich: Hier wird versucht, etwas passend zu machen, was nicht passt!“, lautete sein Fazit.

Am Ende ihrer Rede forderten alle Redner*innen den sofortigen Baustopp für Schacht KONRAD

 

Redebeiträge von Christian Gromöller, Steffanie Kühnhold, Mirco Hoffbauer und Dirk Neu.

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Konrad
news-1808 Wed, 28 Jun 2023 10:57:48 +0200 Demo gegen "Testfahrten" für Atommüll-Transporte aus Jülich https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/demo-gegen-testfahrten-fuer-atommuell-transporte-aus-juelich (28.06.2023/ BI Ahaus) Rund 50 Mitglieder der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" versammelten sich gestern morgen zu einer spontanen Protestkundgebung. Anlass war die Ankündigung sogenannter "Testfahrten" für die geplanten Castor-Transporte aus Jülich nach Ahaus in dieser Woche. Für die vorgesehenen Transporte von 152 Behältern mit ausgedienten Brennelementen aus dem Jülicher Versuchsreaktor AVR gibt es noch keine Genehmigung, weswegen die Testfahrten als Leerfahrten geplant sind.

Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" lehnt die Verbringung der Jülicher Bennelemente nach Ahaus strikt ab. Diese teilweise hochangereicherten Brennelemente sind nicht endlagerfähig und müssen zunächst abgereichert und technisch aufwendig konditioniert werden. In Ahaus kann eine solche Verarbeitung schon aus rechtlichen Gründen nicht stattfinden. Zudem existiert ein Verfahren dafür bisher nicht einmal. Verantwortlich für seine Entwicklung sind die Betreiber des stillgelegten Reaktors AVR in Jülich. Daher wäre die einzig vernünftige Lösung, die Brennelemente in Jülich zu belassen anstatt in den nächsten Jahren 152 Transporte durch NRW nach Ahaus zu veranstalten.

Das Jülicher Forschungszentrum und die ihm angeschlossene Entsorgunsgesellschaft JEN verzögern aber seit fast 10 Jahren den Neubau einer Lagerhalle für ihre Brennelemente in Jülich selbst. Sie hoffen auf eine Transportgenehmigung in Ahaus noch im Laufe dieses Jahres und wollen ab 2024 mit den 152 Transporten beginnen. Gegen die Transporte hat die Stadt Ahaus Klagen angekündigt. Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" will zusammen mit Initiativen aus Jülich und den Regionen der geplanten Transportstrecken Widerstand gegen die Transporte organisieren. Für den 20. August ist eine Kundgebung in Ahaus geplant.


Lokalzeit Münster 28.06.2023: Video und Interview mit Felix Ruwe, Sprecher der Ahauser Bürgerinitiative https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/testfahrten-atomtransport-castor-100.html 

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Bundesweit
news-1807 Tue, 27 Jun 2023 08:00:00 +0200 Handlungskonzept statt weiteres Durchwursteln gefordert https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/handlungskonzept-statt-weiteres-durchwursteln-gefordert Bericht von der Fachtagung "Zwischen. Sicher? Ende?" 23.06.2023

(Atommüllreport/ 27.06.2023) Mehr als 50 Teilnehmer*innen aus Bürgerinitiativen, aus Umweltverbänden, aus der Wissenschaft sowie Vertreter*innen des Bundesamtens für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung, des Bundesumweltministeriums und des Nationalen Begleitgremiums, waren nach Hannover gekommen, um die Probleme der sicheren Lagerung radioaktiver Abfälle zu diskutieren.

Von Seiten des Bundesumweltministeriums wurde angekündigt, das Nationale Entsorgungsprogramm zu überarbeiten und dieses im Rahmen einer Strategischen Umweltprüfung öffentlich zur Diskussion zu stellen. Bleibt abzuwarten und kritisch zu begleiten, ob das neue Nationale Entsorgungsprogramm den Realitäten gerecht wird, ob es einen Kurswechsel gibt, weg von einem erratischen hin zu einem planerischen Vorgehen, das die Probleme vom Ende her betrachtet und inwieweit die Bürger*innen tatsächlich in Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden. Die Forderungen der Expert*innen des Atommüllreports liegen auf jeden Fall auf dem Tisch. Weiterlesen


Die Forderungen der Expert*innen des Atommüllreports an die Bundesregierung: Zwischenlagerung - Handeln statt Durchwursteln

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Bundesweit Niedersachsen
news-1803 Wed, 21 Jun 2023 10:29:14 +0200 Atommüll in Zwischenlager unzureichend sicher und gesichert https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/atommuell-in-zwischenlager-unzureichend-sicher-und-gesichert Umweltverband fordert von Behörden und Politik ein solides Sicherheitskonzept

(21.06.2023/ BUND Pressemitteillung) Alle deutschen Atomkraftwerke sind abgeschaltet, doch der Atommüll bleibt als radioaktives Erbe über Jahrmillionen erhalten und gefährdet weiter Mensch und Natur. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt, dass die Situation der 16 Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle immer noch teils hochproblematisch ist.

Planung und Forschung der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung mbH (BGZ) orientieren sich weiterhin an einem unrealistischen und veralteten Zeitplan beim Umgang mit Zwischenlagern. Es wird kein Endlager bis 2051 geben. Laut Entsorgungskommission (ESK) sind Zeiträume von bis zu 120 Jahren realistisch. Viele Zwischenlager müssen aus Sicht des BUND schnellstens nachgebessert werden. Es braucht ein solides, deutschlandweites Sicherheitskonzept. Das Bundesumweltministerium ist besonders gefordert, die Nachbesserungen zu veranlassen, es darf keinesfalls Genehmigungen auf der Grundlage alter Pläne einfach durchwinken. 

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Deutschland geht erschreckend unvorsichtig und konzeptionslos mit seinem Atommüll um. An allen 16 Standorten ist die Situation der Lagerung des strahlenden Mülls problematisch. Erst im nächsten Jahrhundert wird es ein Endlager für hochradioaktive Abfälle geben. Die Zwischenlager werden schleichend zu Langzeitlagern und sind dafür gar nicht ausgelegt. Deshalb dürfen die zuständige Bundesgesellschaft BGZ und die politisch Verantwortlichen die Hände nicht länger in den Schoß legen und diese dramatische Entwicklung nicht weiter ignorieren. Bundesministerin Steffi Lemke muss das Thema zur Chefinnensache erklären.

Alle weiteren Genehmigungen müssen an die geänderte Faktenlage angepasst werden. Bei der Sicherheit braucht es Nachbesserungen. Ein neues Zwischenlagerkonzept muss transparent und in einem breiten öffentlichen Prozess mit umfassenden Beteiligungsmöglichkeiten der Bevölkerung erarbeitet werden. Gleichzeitig darf das Zwischenlagerproblem kein Argument für eine Beschleunigung der Atommüll-Endlagersuche sein. Denn dann wäre die Suche zum Scheitern verurteilt.“

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zeigt, welches Gefahren- und Drohpotenzial durch Atomkraftwerke und Atomanlagen entsteht. Sie sind Druckmittel und mögliche militärische Ziele. Solche Szenarien müssen Eingang in ein Sicherheitskonzept für die langfristige Lagerung finden.

Oda Becker, Atomgutachterin und Studienautorin: „Zwei deutsche Zwischenlager besitzen seit Jahren aufgrund fehlender Sicherheitsnachweise keine gültigen Genehmigungen, sondern lagern die abgebrannten Brennelemente lediglich aufgrund aufsichtlicher Anordnungen. Es wäre fatal, aus diesen Fehlern nicht zu lernen und abzuwarten, bis eine derartige Situation an weiteren Standorten eintritt. Daher muss jetzt frühzeitig eine umfassende Überprüfung des gesamten Zwischenlagerkonzepts erfolgen.“ 

Situation in Niedersachsen belegt dringenden Handlungsbedarf

Susanne Gerstner, Landesvorsitzende BUND-Niedersachsen fügt mit Blick auf die Situation in Niedersachsen an: „Niedersachsen hat einen traurigen Spitzenplatz, was gescheiterte Konzepte für Atommülllager betrifft. Zwar wurde der von vornherein ungeeignete Standort Gorleben bei der Endlagersuche endlich aufgegeben. Bis heute gibt es jedoch keine Lösung für die Castor-Behälter, die in einer oberirdischen Zwischenlager-Halle neben dem Erkundungsbergwerk aufbewahrt werden.

Hinzu kommt ein havariertes Atommülllager in der Asse, das weiter abzusaufen droht. Wir erwarten, dass Politik aus diesen Skandalen lernt! Nach wie vor steht jedoch der Planfeststellungsbeschluss für ein Lager in Schacht Konrad im Raum. Bereits zum Zeitpunkt der Genehmigung entsprach Schacht Konrad nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik. Der BUND fordert das Land auf, das Atommüllprojekt endlich aufzugeben und den Weg für eine transparente und wissenschaftlich basierte Standortsuche frei zu machen. Der Antrag auf Widerruf des Planfeststellungsbeschlusses muss endlich entschieden und die Baumaßnahmen gestoppt werden.“

weiterlesen BUND Pressemitteilung

Mehr Informationen:

  • Terminhinweis: Fachtagung zur Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle am Freitag, den 23. Juni 2023, 11-16:30 Uhr, im Pavillon Hannover. Um 13 Uhr ist ein Pressegespräch geplant, bei dem u.a. auch Studienautorin Oda Becker für Pressefragen zur Verfügung stehen wird. Alle Informationen: https://www.atommuellreport.de/projekte-termine/fachtagungen.html
  • BUND-Studie: Aktuelle Probleme und Gefahren bei deutschen Zwischenlagern für hoch-radioaktive Abfälle finden Sie hier.
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Bundesweit Niedersachsen
news-1789 Mon, 19 Jun 2023 10:00:00 +0200 Robin Wood: Ökostrom reloaded https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/oekostrom-reloaded (BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg/ 19.06.2023) Der persönliche Atomausstieg war möglich durch den Wechsel des Anbieters. Das hatten viele Menschen begriffen und entsprechend gehandelt, doch jetzt geht es weiter: Jetzt steht im Fokus, welche Anbieter weiterhin Kohle und Gas verstromen und sich trotzdem gern ein grünes Mäntelchen geben. Robin Wood hat seinen Ökostromreport aktualisiert.

2020 hatte der Verband alle bundesweit verfügbaren Ökostromanbieter (über 1.200!) auf Herz und Nieren bzw. Atom und Kohle überprüft. Heißt: Recherchiert wurde, ob die Anbieter den Ausbau der Energiewende unterstützen, ausschließlich Ökostrom verkaufen und unabhängig von der Atom- und Kohleindustrie sind. Das Ergebnis damals: Nur zehn Anbieter konnten den Kriterien standhalten. Die 2020 für gut befundenen Anbieter hat Robin Wood nun erneut überprüft und kann wieder zehn empfehlen: „Das freut uns sehr: Denn mit dem Strombezug von diesen Anbietern könnt ihr euch sicher sein, dass euer Geld nicht in Atom- und Kohlekonzerne fließt. In unserem aktualisierten Report finden sich jetzt neue Zahlen und Fakten zum Strombezug der Anbieter, ihren Investitionen in Erneuerbare Energien und aktuellen Projekte.“

Ein Anlass, jetzt zu wechseln! Denn die Abkehr von fossiler Energieerzeugung gelingt uns nur mit vereinten Kräften. Zusammen drehen wir der Kohle- und Atomindustrie den Geldhahn zu! Hier geht´s direkt zum aktualisierten Report: https://www.robinwood.de/oekostromreport

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Bundesweit
news-1797 Thu, 15 Jun 2023 09:17:56 +0200 Zum 31. Mal WUM in Wolfenbüttel https://www.ag-schacht-konrad.de/news/newsuebersicht/zum-31-mal-wum-in-wolfenbuettel (15.06.2023/Sg) Vor acht Jahren war ich zum ersten Mal mit unserem AG-Info-Stand beim Umweltmarkt in Wolfenbüttel. Damals schrieb ich im Artikel: /9 km von Schacht Konrad und 12 km von ASSE 2 entfernt liegt Wolfenbüttel in einem Atommüllbrennpunkt. Und das merkt man, wenn man mit den Leuten spricht. Sie sind durch die Reihe weg über die Standorte informiert und neugierig auf den aktuellen Stand./

Auch heute sind die Leute nicht müde, sich zum Thema an unserem Stand zu informieren und ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. Den ganzen Vormittag kamen wir wie gewohnt mit interessierten BesucherInnen des WUM, PassantInnen und KollegInnen von den Nachbarständen ins Gespräch. Selbst ein Mitarbeiter von Schacht KONRAD blätterte in unserem Info-Material und beäugte uns im munteren Gespräch. Hatte dieser gewusst, dass bereits 3 Tage später Schacht KONRAD wieder ad absurdum geführt würde!

Silke, Michael und ich hatten auf jeden Fall nicht nur super Wetter, sondern sind auch in unserer Arbeit bestätigt worden! Steffi Schlensog


Pressemitteilung 13.06.2023: Endgültige Aufgabe statt immer weitere Verzögerungen

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Regional Arbeitsgemeinschaft