Newsübersicht

Bundesweit

Ahaus: Soll das die Lösung sein?

(Mi., 25.03.26/SW) Am Dienstag Abend kurz nach 22 Uhr ist er gestartet, der erste von 152 CASTOR-Behältern mit Brennelement-Kugeln aus dem alten Forschungsreaktor in Jülich. Ziel der 170 km langen Reise war das "Zwischenlager" in Ahaus. Am Abend des "Tag X" versammelten sich vor den Toren der Atomanlagen in Jülich und Ahaus rund 500 Menschen um erneut gegen diese sinnlose Atommüllverschiebung zu protestieren. An der in Ahaus angemeldeten "Mitternachts-Mahnwache" nahmen bis spät in die Nacht etwa 100 Menschen teil, einige beteiligten sich auch an einer Sitzblockade.

Angesichts des immensen Polizeiaufgebotes, das den Transport begleiten musste, blieb es bei symbolischen Aktionen, die schnell aufgelöst bzw. geräumt wurden. Gegen 2 Uhr nachts hat der CASTOR dann das Brennelementezwischenlager in Ahaus erreicht. Es gab im Laufe des Abends zahlreiche Medienberichte, in denen die seit 11 Jahren gegen diese Atommüllverschiebung vorgebrachten Argumente nochmal deutlich wurden.

Bezeichnenderweise fasst es die Polizei selbst zusammen:

"Es ist für uns schwer nachvollziehbar, dass wir Atommüll von einem Zwischenlager in das nächste transportieren"

so der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei NRW Patrick Schlüter im WDR

Auch unterwegs - an den Autobahnen mitten durch das dicht besiedelte Ruhrgebiet - gab es Kundgebungen und Mahnwachen. Auf der Strecke musste der Schwertransport etwa 200 Brückenbauwerke passieren. Einige davon sind so marode, dass der rund 130 Tonnen schwere Sattelschlepper nur im Schneckentempo von 5 km/h vorankam. Die Autobahnen und zahlreiche Zufahrten waren für diesen Zeitraum gesperrt, denn der Konvoi umfasste insgesamt 100 Fahrzeuge und war 4 Kilometer lang.

Für die weiteren 151 CASTOR-Behälter wird ein ähnlicher Aufwand betrieben werden müssen, es können maximal 3 CASTOREN auf einmal bewegt werden, sodass mit weiteren mindestens 50 Transporten zu rechnen ist. Die Beförderungsgenehmigung dafür gilt bis Ende 2027. Die Vorbereitung und Durchführen der Transporte kosten nach ersten Schätzungen etwa 150 Millionen Euro, darin sind die Kosten für die Polizeieinsätze noch nicht kalkuliert. Beim ersten Transport waren rund 2400 Polizeikräfte im Einsatz. Die Kosten für einen Neubau einer konsolidierten Lagerhalle in Jülich schätzt die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) auf 400 Millionen Euro bei 50-jähriger Lagerung.

Doch auch in Ahaus werden die CASTOR-Behälter nicht mehr als 10 Jahre bleiben können, denn die Betriebsgenehmigung läuft 2036 ab. Ein Atommüllfass ohne Boden...

Videoberichte:

ARD Lokalzeit Münsterland, WDR Lokalzeit aus Aachen, ZDF heute (alle vom 24.03.2026)

weitere Berichte und Kommentare:

NRZ Neue Ruhrzeitung, die Welt, die Rheinische Post, nd, rtl West (alle vom 25.03.2026)