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Ende der „öffentlichen Konsultation“ in Belgien

(STOP Tihange/ 23.06.20) "Ein sicheres Management des radioaktiven Mülls in Belgien, für Sie und die nachfolgenden Generationen“ – so hieß es (übersetzt aus F|NL) sogar noch bis Sonntag auf der Startseite der in Belgien für Atommüllendlagerung zuständigen Firma ONDRAF / NIRAS.

Was soll mit der Bebilderung (Stand 13.06.2020) ausgedrückt werden? Hilflosigkeit gegenüber der aktuellen Situation – Untätigkeit oder gar Unfähigkeit in puncto Aufbruch hin zu regenerativer Energiegewinnung – Teilnahmslosigkeit / Bezugslosigkeit zu den eigenen Nachkommen? Oder ist es schlicht zynisch?

Am Mittwoch, den 10.06.2020, fanden Kundgebungen in Lüttich (Nucléaire Stop Kernenergie), Maastricht (Vereniging Stop Tihange Nederland) und Aachen (Stop Tihange Deutschland e.V.) gegen die in Corona-Zeiten hineingeworfene „Diskussion“ über ein Endlager in Belgien statt.

Verschiedene gemeinnützige Organisationen schlossen sich den Protesten an – waren mit vor Ort und/oder bekundeten ihre Unterstützung zu den Forderungen:

  • Erst abschalten, dann endlagern!
  • Keine Beteiligung an der aktuellen Diskussion über ein geologisches Endlager!

Erst vor wenigen Wochen, sodann aber vermehrt, war in den Medien zu vernehmen, dass selbst Bürgermeister in Belgien nicht über diese Umfrage in Kenntnis gesetzt wurden.
Eine Umfrage, welche seit Beginn des öffentlichen Online-Verfahrens (Mitte April), nun mit Samstag, den 13. Juni endete. Und laut ONDRAF (Angaben der Aachener Nachrichten zufolge) bis Freitag, den 12.06.2020, lediglich rund 10.000 Personen Teilnehmer zu verzeichnen hatte – bei ca. 11.4 Millionen Einwohnern in Belgien (Stand 01.01.2019) weniger als 1 ‰ (< 1 tausendstel).

Wird so nicht deutlich, wie Nichtig diese Umfrage und zudem die offiziell nicht bestätigte Liste der Orte ist?
Ein Großteil der eigenen Bevölkerung wie auch die angrenzenden Staaten Luxemburg, die Niederlande und Deutschland wurden schlicht nicht beteiligt!

Noch am Abend der Kundgebung wurden im tri-nationalen Bündnis gegenseitig die Berichte ausgetauscht – so sind hier auch Beiträge aus Lüttich [1] und Maastricht [2] nachzulesen.
Medien (Aachener Zeitungen, WDR) berichteten zuvor – und auch um das Wochenende herum wurde überregional darüber berichtet. Im Nachhinein muss hierzu leider festgehalten werden, dass die Kernaussage unserer Aktion in den öffentlichen Medien nur unzureichend dargestellt wurde!

Im Gegensatz dazu unterstützten die Beiträge vor Ort mit hoher Übereinstimmung den eigentlichen Fokus:
Keine Endlager-Diskussion, ohne verbindliches Aus für AKWs!

So gab es klare Worte der Aachener IPPNW Gruppe [3] und des TDRM | FIfF [4]. Zu der umfassenden Rede von Walter Schumacher [5] zu dem eigentlichen, schon seit 70 Jahre bestehenden und vor allem ungelösten Problem der Atommüll-Erzeugung kam der ebenfalls bestärkende Beitrag aus dem Münsterland hinzu:
Die Initiative Sofortiger Atomausstieg [6] führte nochmals deutlich vor Augen, dass es eben hierzulande – in Deutschland – immer noch eine Handreichung zum Weiterbetrieb belgischer Reaktoren gibt!
Sogar mithilfe der Risse-Reaktoren – für ein Mehr an Atommüll!

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für das Gelingen der Kundgebungen - STOP Tihange

Beiträge zur Kundgebung am 10.06.2020:

  1. NSK, Lüttich
  2. VSTN, Maastricht
  3. IPPNW, Regionalgruppe Aachen
  4. TDRM | FIfF
  5. Stop Tihange Deutschland, Walter Schumacher
  6. SoFA, Münster

Siehe auch ZUERST abschalten – DANACH Endlager suchen! https://www.facebook.com/StopTihange