(Sa.,13.12.25/MN) Alle Jahre wieder zum Abschluss des Protestjahres lud die Arbeitsgemeinschacht Schacht KONRAD am Freitag, den 5.12. zur Kundgebung am Schacht ein. Leider muss diese Tradition immer noch aufrecht erhalten werden, weil das Projekt Schacht KONARD als Atommülllager immer noch nicht aufgegeben wurde; nein stattdessen wird an einem über 23 Jahre alten und völlig verfehlten Projekt um jeden Preis festgehalten. Obwohl sich in diesem Jahr die Schwierigkeiten bei Schacht KONRAD dadurch verschärften, als im April publik wurde, dass nach geltender Rechtslage keine Einlagerung von Atommüll in Schacht KONRAD erfolgen könne.
Grund dafür ist die gehobene wasserrechtliche Erlaubnis; die schreibt eine Begrenzung der wassergefährdenden Stoffe vor, die in Schacht KONRAD eingelagert werden dürfen.
Marianne Neugebauer vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD fragte dann in ihrem Redebeitrag, was denn danach passiert ist bzw. welche Konsequenzen die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und das Niedersächsische Umweltministerium aus der Tatsache gezogen haben, dass aufgrund der Grenzwertverschärfungen im Wasserrecht aktuell kein einziges Gebinde für die Einlagerung in das alte Eisenerzbergwerk taugt. Was sei denn bei dem vom Bundesamt für die Sicherheit nuklearer Entsorgung nach der Veröffentlichung als Maßnahme angekündigte „mal die „Köpfe zusammenstecken“ rausgekommen?
Die eine Option, anhand von Stofflisten den rechnerischen Nachweis zu erbringen, dass alles, was in KONRAD rein soll, wasserrechtlich unbedenklich sein würde, bewertete Neugebauer als ein Vorgehen, dass als Lösungsansatz nicht nachvollziehbar sei, da bisher noch gar nicht bis zum letzten klar ist, welcher Müll mit welcher Belastung denn letztendlich in Schacht KONRAD eingelagert werden soll.
Die zweite, nicht akzeptable Hilfskrücke der BGE, so die Rednerin, soll darin bestehen, Annahmen über Geologie, Wasserwege und Ausbreitungsmechanismen aus dem Langzeitsicherheitsnachweis im Planfeststellungsbeschluss zugunsten des Betreibers zu ändern und Sicherheitszuschläge zu entfernen, die im Planfeststellungsbeschluss enthalten sind.
Die Arbeitsgemeinschaft bewertet diese Ansätze dahingehend, dass damit auf jeden Fall vermieden werden soll, dass das Projekt erneut auf den Prüfstand kommt; in dem Moment nämlich, wenn eine neue wasserrechtliche Erlaubnis beantragt werden würde.
Soll damit seitens der BGE die wasserrechtliche Erlaubnis umschifft werden?
Da können wir nur sagen – netter Versuch – bei all dem was gerechnet, geändert werden soll, ohne Beteiligung der Öffentlichkeit; aber damit wird die BGE Schiffbruch erleiden.
Das kann es doch nicht sein! Das ist doch kein verantwortungsvoller Umgang mit den Risiken von Atommüll.
Auch der Blick auf die Kostenprognosen macht deutlich, dass das Projekt KONRAD nicht kalkulierbar ist. Seit den in 2009 geschätzten 1,6 Mrd. Euro für den Umbau liegt die Prognose jetzt bei 6 Mrd. Euro.
Auch die Prognosen für die späteren Betriebskosten gehen steil nach oben.
Die Arbeitsgemeinschaft bleibt bei ihren Forderungen, endlich die Reißleine zu ziehen, das Projekt Schacht KONRAD zu beenden und kein Geld mehr in dieses ungeeignete Projekt zu versenken. Und stattdessen, zügig ein neues, ordentliches Suchverfahren starten, um einen sicheren Standort für die Lagerung der gefährlichen Abfälle zu finden, denn Schacht KONRAD ist der falsche Standort und hat gar nicht die Kapazität für die bekannten Mengen an schwach- und mittelradioaktivem Müll.
Da fordern wir Konsequenz von der BGE, von den politischen Entscheidern – nicht nur bei KONRAD, sondern auch bei der ASSE:
- Eine Beschleunigung der Rückholung.
- Endlich einen Standortvergleich für das notwendige Zwischenlager durchzuführen.
Apropos begrenzte Aufnahmekapazitäten in KONRAD und der Frage, wohin mit dem ganzen Atommüll, stellte Meinhard Behrens von der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) Leese bei der Veranstaltung die Situation an der Landessammelstelle Leese dar.
Auf dem Gelände lagern 13.620 Fässer. Der Mietvertrag läuft 2030 aus. Die Bürgerinitiative Strahlenschutz Leese fordert seit langem den Abtransport sämtlicher Atommüll-Gebinde aus Leese bis 2028. Seit August 25 ist jedoch klar, dass das Zwischenlager in Leese nicht im Jahr 2030 geschlossen wird, weil es technisch nicht möglich ist, sondern sehr viel später, so der Niedersächsische Umweltminister Meyer bei einer Informationsveranstaltung. Ein genauer Zeitpunkt ist bisher nicht genannt. Auch das eine unendliche Geschichte.
Also auch 2026 bleibt es spannend, so die Zusammenfassung zum Abschluss.
- Jetzt steht die Beantwortung der Klageerwiderung im Klageverfahren Schacht KONRAD an.
- Wir bleiben am Thema Wasserrechtliche Erlaubnis dran – da lassen wir nicht locker.
- Da ist Unterstützung durch Gutachter nötig.
- Da brauchen wir ebenso Unterstützung – auch vermutlich finanziell.
Nach Abschluss der Aktion freuten sich alle auf den gemütlichen Abschluss am KONRAD-Haus. Also hieß es: letzte Informationen an die Presse, den Schacht links liegen lassen und mit Treckern, Fackeln und Laternen runter ins Dorf nach Bleckenstedt. Dank mildem und vor allen Dingen trockenem Wetter gab es dann am KONRAD-Haus einen schönen Ausklang der Aktion mit guter Laune und vielen Gesprächen bei Glühwein und belegten Broten - und mit Wünschen für eine gute Zeit, schöne Weihnachtstage und einen guten Jahreswechsel.
Der Jahreswechsel ist eine Atempause: Kraft tanken – und dann gehts weiter in 2026.
Wir bleiben dran – versprochen – mit Zuversicht und Tatkraft!
