Newsübersicht

Die Arbeitsgemeinschaft rockt mit bei JAMEL rockt den Förster

(Mi., 09.09.26/MN) … mit Infostand und Zuckerwatte. 
Die Aktiven waren schon am Donnerstag angereist und freuten sich auf das Festival Jamel rockt den Förster – Festival für Demokratie und Toleranz und die geplanten Workshops, die schon am Freitag beginnen sollten. 
Am Donnerstag wurde bereits der Stand der AG aufgebaut.

Doch das Wetter machte mit Starkregen den Organisatoren und allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung. Für Freitag wurde alles abgesagt, da die Parkflächen schnell aufgeweicht und für Lastwagen, die Technik an Bord hatten  zum Teil teils unpassierbar waren.

Dann gingen es doch am Sonnabend mittags los mit den Workshops. In diesem Jahr gab es noch mehr Informationsstände und Workshops als in vorherigen Jahren. Das Festival bietet Möglichkeiten zur Vernetzung und stärkt die Zivilgesellschaft. Das nutzt die Arbeitsgemeinschaft seit Jahren, um die Teilnehmenden auf dem Festival bzw. in den Workshops über Atommüllpolitik, Atommüllentsorgung, erneuerbare Energien, Klimaschutz und natürlich über die Situation in Weltatomerbe Braunschweiger Land zu informieren und zu diskutieren.

Der Stand der Arbeitsgemeinschaft hatte einen guten Platz in der Nähe der ‚kleinen Bühne‘. Zuckerwattemaschine und wie immer die Atommüllkarte waren Publikumsmagneten; die Zuckerwattemaschine lief ‚heiß‘ und die Menschen kamen bei den Gesprächen auch ‚in Fahrt‘; insbesondere wenn sie beim Blick auf die Atommüllkarte realisierten, an wie vielen Standorten und Regionen im Lande Atommüll liegt. 

  • Und klar wurde in den Gesprächen, dass die Suche für ein sicheres Endlager für den hochradioaktiven Atommüll viel länger als geplant dauern wird.
  • Und das konsequenterweise damit auch die Zwischenlager an den Atomkraftwerken entsprechend ‚ertüchtigt‘ werden müssen, weil dort über ein weitaus längeren Zeitraum als ursprünglich angenommen der Atommüll oberirdisch gelagert wird. Aktuell ist die Sicherheit aller Atommüll-Zwischenlager unzureichend. 

Und das Schacht KONRAD als Endlager für den schwach- und mittelradioaktiven Müll nicht geeignet ist und zudem nicht ausreichen wird, so dass ein zweites Endlager notwendig ist.
Also KONRAD stoppen und einen neuen Standort, der den heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht.
Und neu war für viele auch,

  • Dass in Lingen Brennelemente gefertigt werden
  • Und die Bundesregierung und das Niedersächsische Umweltministerium jetzt den Ausbau der Brennelementefabrik Lingen unter Beteiligung der russischen Atombehörde Rosatom genehmigt haben.
  • Und die Rückholung des Atommülls aus der ASSE war natürlich auch ein Thema, das bewegte

Und dann gab nach den Workshops es natürlich mit viel Musik ‚was auf die Ohren‘, was bei allen auf viel Begeisterung stieß. Nach dem Festival waren die Aktiven der AG ‚happy‘, dass sie ohne all zu viel Mühe alles incl. Fahrzeuge wieder vom Platz kriegten und dann doch sehr zufrieden nach Hause fahren konnten.

Hintergrund zum Dorf Jamel
Das Dorf ist von Neonazis seit den 1990er-Jahren gezielt als „nationalsozialistisches Musterdorf“ besiedelt worden. Das Festival bedeutet seit 2007 Gegenwehr gegen diese Vereinnahmung und soll den Nazis demonstrieren, dass ihnen „demokratischer Gegenwind“ entgegen bläst.
Jedes Jahr findet das Festival statt, um rechten Strukturen entschlossen entgegenzutreten und vor Ort eine lebendige, demokratische Kultur und einen gemeinsamen Meinungs- und Willensbildungsprozess zu stärken. Organisiert wird das Festival alljährlich von dem Ehepaar Birgit, die in Jamel leben und immer wieder Anfeindungen wegen ihres Engagements ausgesetzt. 
2015 wurde eine Scheune auf ihrem Grundstück angezündet oder später auch Autoreifen zerstochen. 
Für ihr Engagement und die alljährliche Organisation des Festivals erhielten sie den Aachener Friedenspreis. Bereits davor erhielten sie zahlreiche Auszeichnungen für ihr unermüdliches Engagement.