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Asse II

BGE muss im Umweltausschuss Fragen beantworten

(24.02.2026/CS) Die Vorbereitungsgruppe Asse* des Wolfenbütteler Kreistagsausschusses für Umwelt und andere Themen formulierte auf ihrem letzten Treffen Fragen an die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE),die gestern auf der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses von Frau Graffunder (Vorsitzende der Geschäftsführung) und Herrn Laske(Abteilungsleiter Rückholung) beantwortet werden sollten. Die Vorschläge für diese Fragen lieferte die Fachgruppe Asse der AG Schacht KONRAD.

Eine wesentliche Frage war, was zu der erneuten Verschiebung der Vorlage des neuen Zeitplans für die Rückholung geführt hat. Frau Graffunder gab dazu an, dass es eine Änderung der Planung gegeben habe, weil die Umstellung der Wetterführung** später als bisher geplant erfolgen solle.

Der neue Zeitplan solle auf einer öffentlichen Veranstaltung am 14.04.2026 im DGH in Remlingen (Beginn 16.30 oder 17.00 h) vorgestellt werden.

Eine überraschende Antwort gab Frau Graffunder auf die Frage, warum sie – bei Vorlage einer Genehmigung für Schacht V – nicht umgehend mit der baulichen Umsetzung beginnen würde. In einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz von 2012 wurde der Bau von Schacht V als wesentliche Maßnahme für eine Beschleunigung der Rückholung und eine Verbesserung der Notfallplanung bezeichnet. Noch im Sommer letzten Jahres hatte Frau Graffunder diese Forderung mit dem Hinweis abgelehnt, die BGE müsse erst die Genehmigung für die Rückholung haben und könne nicht riskieren „Geld zu versenken“. Jetzt will sie doch nach Vorlage einer Genehmigung sofort den Bau beginnen lassen.

Einen weiteren Grund für die verzögerte Fertigstellung des Zeitplans nannte Frau Graffunder: die Auswertung der Bilder von der Kamerabefahrung der MAW-Kammer auf der 511 m-Sohle habe ergeben, dass die Schwebe über dieser Kammer evtl. unsicher sei; es seien schon Gesteinsbrocken auf Fässer gefallen, weitere könnten sich lösen und Fässer so beschädigen, dass Radioaktivität austritt. Dies wiederum würde die geplante Rückholung dieser Fässer sehr erschweren. Vor einer Rückholungsplanung müssten der Zustand und die möglichen Gefahren dieser Kammer genauer untersucht werden.

Claus Schröder

 

NDR: Asse: Rückholung der Atommüll-Fässer weiter ohne Zeitplan


*Die Vorbereitungsgruppe bereitet die Ausschusssitzung für Umwelt, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft (Umweltausschuss) vor. (Befassung mit Asse-Themen) siehe Antrag

**Frisch- und Abluft werden derzeit durch den Schacht Asse 2 geleitet, welcher durch einen sogenannten Wetterscheider bis auf ca. 490 m Tiefe geteilt ist. Zukünftig soll die Frischluft über den Schacht Asse 2 in das Bergwerk geleitet werden. Die verbrauchte Luft soll das Bergwerk über den Schacht Asse 5 verlassen.