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Zu den Verzögerungen bei Schacht KONRAD

(24-09-2010/Di.) Realität und Ränke: Atommüll privatisieren? Fünf Jahre Verzögerung bei KONRAD und Inbetriebnahme erst 2019? - Ist die Regierung jetzt gänzlich meschugge oder läuft jetzt einfach alles aus dem Ruder ? Wohl beides meint die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD: "Während die Bundesregierung in hektischer Betriebsamkeit versucht, die Interessen der Atomkonzerne zu bedienen, scheitert sie immer dann, wenn die Wirklichkeit ins Spiel kommt."

Vollständige Presseerklärung der Arbeitsgemeinschaft zu den Verzögerungen bei KONRAD 

Vor drei Tagen schockte die Süddeutsche Zeitung mit der Meldung, dass der Ausbau Gorleben, die sog. Erkundung, der Industrie übertragen, damit die Privatisierung der Endlagerung eingeleitet werden soll. Eigentlich nicht ganz neu, schon lange wollen Industriekreise aus dem Atommüll ein Geschäft machen. Prompt kam ein halbseidenes Dementi aus dem Bundesumweltministerium: Geplant sei gar nichts, aber alles möglich. Gestern dann: Verzögerungen bei Schacht KONRAD um bis zu fünf Jahre, Inbetriebnahme vielleicht erst 2019. Auch das ist nicht wirklich neu, für Insider waren Verzögerungen längst absehbar. Nun ist KONRAD z.Zt. der einzig halbwegs legale Notnagel der Entsorgung überhaupt und die Bundesregierung steht vor einem Debakel. Angefangen bei den Problemen bei der Rückholung des Atommülls aus ASSE II, für die Ewigkeit errichtet und in Jahrzehnten gescheitert, über die politischen Manipulationen bei der Auswahl von Gorleben bis zu den erneuten Schwierigkeiten bei KONRAD: Das Konzept der wartungsfreien Endlagerung ist gescheitert. Wer in dieser Situation von Laufzeitverlängerungen redet, statt die Produktion von weiterem Atommüll zu stoppen, liegt weit jenseits der gesellschaftlichen Realität. Andererseits findet  auch hier unschwer erkennbar ein Machtkampf zwischen Parteienen, Behörden und Wirtschaftsinteressen statt, bei der es anscheinend auch darum geht, das vom GRÜNEN Wolfram König geführte Bundesamt für Strahlenschutz als Fachbehörde kalt zu stellen.

„Es geht hier aber nicht um das Versagen einer Partei oder einer Behörde, sondern um die grundsätzliche Unmöglichkeit, den Atommüll für 1.000.000 Jahre von der Biosphäre zu isolieren", stellt Ludwig Wasmus für die Arbeitsgemeinschaft fest. „Für uns bedeutet das mehr Zeit, dieses Irrsinnsprojekt zu stoppen. Denn früher oder später wird es notwendig sein, den Umgang mit dem Atommüll auf eine neue Grundlage zu stellen und vollständig neu zu konzipieren. Dass dabei nicht privatwirtschaftliche Interessen entscheidend sein dürfen, sondern die Sicherheit von Mensch und Natur, versteht sich von selbst."