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Asse II Regional Niedersachsen

Rückholung aus der Asse erst nach 2039?

(Mi., 15.04.26/SW) Am 14. April hat die Bundesgesellschaft für Endlager (BGE) in Remlingen den Stand der Rückholungsplanung, ein aktuelles Gebirgsmodell und ihre weiter vorangeschrittene Konsequenzenanalyse vorgestellt und dabei die Rückholung der atomaren Abfälle aus dem Salzbergwerk Asse erneut auf einen deutlich späteren Zeitpunkt verschoben.

BGE-Geschäftsführerin Iris Graffunder erklärte gestern, dass der bisher anvisierte Termin für den Rückholungsbeginn 2033 nicht mehr zu halten sei. Ein neuer Termin könne nicht valide genannt werden. Aus dem Zeitstrahl der Planungs- und Genehmigungszeiten von über 5 Jahren und einer anschließenden Bauphase bis zu einer möglichen Inbetriebnahme des Rückholschachts werden noch 13 Jahre vergehen, wenn die BGE so weiterarbeitet wie bisher. Da über diesen Schacht V auch die Bergungstechnik unter Tage gebracht werden soll, ist jetzt schon davon auszugehen, dass sich der Rückholungsbeginn um mindestens 10 weitere Jahre verschieben würde. Das wäre dann 30 Jahre nach der gesetzlichen Festlegung auf die "Option Rückholung" durch die Lex Asse!

BGE-Gruppenleiterin Sicherheitsanalysen Asse Grit Gärtner erklärte, dass die BGE aktuell einen großen Fokus ihrer Arbeit auf die Konsequenzenanalyse der Notfallmaßnahmen lege. In diesen Analysen berechnet die BGE, mit welcher Strahlenbelastung in der Biosphäre zu rechnen wäre, wenn die Notfallmaßnahmen eingeleitet werden müssten. Der Notfall tritt ein, wenn ein nicht beherrschbare Laugenzufluss in das Bergwerk festgestellt würde.

Dass die BGE als Betreiberin der Schachtanlage Asse jetzt verstärkt Berechnungen anstellt, die den gesetzlichen Auftrag in Frage stellen könnten, wirft weiterhin viele Fragen auf. Obwohl Iris Graffunder deutlich betonte, dass die Rückholung nicht in Frage gestellt würde, muss befürchtet werden, dass mit den aktuellen Modellrechnungen eine wissenschaftliche Basis für einen politischen Rückzug aus einer vollständigen Rückholung gelegt werden könnte.

Die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. fordert weiterhin alle behördlichen und politischen Akteure auf, ihre Fokus auf eine Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse zu legen und dafür zu sorgen, dass die Rückholung des Atommülls aus der Asse unter den höchstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen erfolgt.