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Bildungsurlaub protestiert am Schacht KONRAD

(Fr., 29.08.25/SW) Eine Woche lang hatten sich 17 Teilnehmende des IG-Metall Bildungsurlaubs „Schacht KONRAD – ein Schlag ins Wasser“ im Gewerkschaftshaus über alte und aktuelle Probleme der Schachtanlage informiert. Carsten Kawka und Kai-Uwe Richter hatten wieder einmal routiniert und dennoch mit viel Humor für jeden Tag neue Aspekte und Themen eingebracht.

Bunter Abschluss und sichtbares Ergebnis war am Freitagnachmittag die mittlerweile 38. "Mobile Atomaufsicht", eine Versammlung und Demonstration direkt vor den Toren der Schachtanlage mit den selbstgemalten Transparenten und aktuell verfassten Redebeiträgen direkt aus dem Bildungsurlaub. Carsten Kawka zogen das Fazit: „An der Schachtanlage wird weitergebaut, obwohl seit 2011 erhebliche Zweifel daran bestehen, ob jemals ein einziges Atommüllfass den wasserrechtlichen Vorschriften entsprechen werde. Man kann nicht einfach geltenden Schutzvorschriften hintergehen und unser Trinkwasser verstrahlen. Beim Weiterbau werden Milliarden an Steuergeldern wörtlich verbrannt.“ 

Auch das aktuelle noch im Entwurf vorliegende Nationale Entsorgungsprogramm (NAPRO 2025) war Thema des Seminars. Es steht in der Kritik, weil es nicht nur lückenhaft und unvollständig ist, sondern auch die Öffentlichkeit nicht in angemessener Form einbezogen wird. Kai-Uwe Richter kritisierte: "Wenn im Text selbst schon steht, dass das Papier keine Rechtsbindungsqualität aufweist und somit nicht beklagbar ist, ist es das Papier nicht wert, auf das es gedruckt wurde".

Nachklapp: Bei der Übergabe der 4.000 Einwendungen gegen das NAPRO am 31. Juli in Berlin wurde vom Staatssekretär Jochen Flasbarth eine "öffentliche" Online-Veranstaltung angekündigt. Auf direkte Nachfrage in der letzten Woche wurde deutlich, dass sich das zuständige Bundesministerium und das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BaSE) aktuell nicht einmal einig sind, wer für entsprechende Veranstaltungen zuständig wäre.