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Niedersachsen

AKW Lingen trotz Rissbefunden wieder am Netz

(Mi., 03.07.19 / MN) Dass das AKW wieder ans Netz geht, dagegen haben Anti-Atom-Initiativen und andere Organisationen mit gleich zwei Kundgebungen in der letzten Woche demonstriert. Mit dabei war auch eine Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD. In ihrer Grußbotschaft an die Teilnehmer der Kundgebung am Freitag thematisierte sie, wie Vertrauen in Politik im Hinblick auf den verantwortungsvollen Umgang mit Atomenergie und Atommüll entstehen kann, wenn solch Entscheidungen z.B. durch das Niedersächsische Umweltministerium getroffen werden, diesen alten Meilen trotz Korrosionsschäden und somit mit Risiko wieder ans Netz zu Lassen. Hintergrund

Vertrauen in den Erfolg des Protestes andererseits geben u.a. die vielen Gespräche, die z.B. auf den Kirchentag geführt wurden, wo viele Besucher am Informationsstand ihr Interesse und ihre Besorgnis äußerten. Das gibt Mut und Kraft für die weitere Arbeit und Protest, so Marianne Neugebauer vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD bei der Kundgebung in Lingen.

 

Pressemitteilung der GAL Gronau vom 30.06.2019 

 

Auch Aktive aus NRW / Gronau beim Protest gegen AKW Lingen 2

Mit gleich zwei Kundgebungen am Mittwoch und Freitag haben Anti-Atomkraft-Initiativen und andere Organisationen vor dem Atomkraftwerk Lingen 2 (AKW Emsland) gegen dessen Wiederinbetriebnahme am Donnerstag (27. Juni 2019) demonstriert. An beiden Kundgebungen haben sich auch Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner aus Nordrhein-Westfalen beteiligt, darunter auch Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt (AKU) Gronau und der Grün Alternativen Liste (GAL) Gronau. Das AKW Lingen 2 ist nur einige Kilometer (Luftlinie) von der NRW-Landesgrenze entfernt. Im Katastrophenfall wäre auch NRW massiv betroffen.

Mit der Kundgebung am Freitag, an der sich rund 60 Personen beteiligt haben, wurde unterstrichen, dass die Produktion von Atomstrom nicht CO2-neutral erfolgt. Rechnet man alle vor- und nachgelagerten Prozesse der Atomstromerzeugung (Uranabbau, Transport, Aufbereitung, Zwischen- und Endlagerung, Rückbau etc.) mit ein, so ergibt sich für die Verstromung von Uran eine Bilanz von 65 – 146g CO2-Emission pro Kilowattstunde. Bei der Kundgebung am Mittwoch wurden besonders die baulichen Mängel des AKW thematisiert, die jüngst während der Revisionsphase festgestellt wurden.

Bei den Kundgebungen wurde generell die sofortige und endgültige Stilllegung des AKW Lingen 2, der benachbarten und bundesweit letzten Brennelementefabrik sowie aller anderen AKW und Atomanlagen an anderen Orten gefordert. Udo Buchholz, GAL-Ratsmitglied aus Gronau, informierte bei der Kundgebung am Freitag zudem über die umstrittene Urananreicherungsanlage in Gronau und über die bevorstehende NRW-Friedensradtour, die am 8. August durch Gronau und auch zur Urananreicherungsanlage führen wird. Außerdem wies er darauf hin, dass am 4. August an der Gronauer Urananreicherungsanlage eine Protestkundgebung stattfinden wird.

Musikalisch wurde die Kundgebung von der jungen Lingener Band „Out of Basement“ unterstützt, die spontan ihre Teilnahme zugesagt hatte. https://www.facebook.com/ooblingen

Weitere Informationen:

https://atomstadt-lingen.dehttps://bbu-online.de,
https://nrw.dfg-vk.de/startseitehttps://www.facebook.com/AKU.Schuettorf