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Abrisspläne AKW Neckarwestheim 1 – Erörterungstermin als Farce!

(Di., 16.06.15/CA) Das AKW Neckarwestheim 1 soll nach dem Willen des Betreibers – der EnBW – möglichst rasch und günstig abgerissen werden. Es geht um immerhin 330.000 t, davon 128.000 t aus dem sog. atomaren Kontrollbereich. Nur 1% der Gesamtmenge soll als Atommüll behandelt, der ganze Rest entweder unter Auflagen oder komplett frei in Umlauf gebracht werden! (s. auch Robin Wood Aktion im Februar). Trotz der damit einhergehenden wesentlichen Gesundheitsgefährdung verkommt die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zur Farce.

Gerade mal 10 Seiten umfasst der veröffentlichte Vorhabensantrag. Entsprechend können die geplanten Maßnahmen nur sehr schemenhaft umrissen werden. Die später folgenden gefährlichsten Schritte wie die Demontage des Reaktordruckbehälters sollen ganz ohne Öffentlichkeitsbeteilung erfolgen. Die 2.500 Einwender und Einwenderinnen erhielten weder eine Eingangsbestätigung noch eine Einladung zur Erörterung. Vor allem aber hat sich die Aufsichtsbehörde – das Umweltministerium Baden-Württemberg – inhaltlich nicht mit den Einwendungen beschäftigt und damit seiner Nichtachtung für die Einwendungen Ausdruck verliehen. 

Deshalb haben sich viele Einwender und Einwenderinnen entschieden nicht in der Reblandhalle ihre Kritikpunkte zu wiederholen, sondern vor der Halle zu protestieren. Mehrere Dutzend Menschen beteiligten sich. Viele wiesen am offenen Mikro auf die Mängel des Beteiligungsverfahrens aber auch auf die Gefahren des geplanten Abrisses selbst hin: das fehlende Strahlenkataster, die nicht erfolgte Prüfung von Alternativen – insbesondere dem vorherigen Abklingen am Standort, die nicht erfolgte Betrachtung der Wechselwirkungen mit dem noch betriebenen zweiten Meiler, die unkontrollierte Verteilung strahlender Stoffe, etc. Mehr zu den Kritikpunkten unter www. atomerbe-neckarwestheim.de oder neckarwestheim.antiatom.net. Es berichtete u.a. der SWR

Anmerkung am Rande: Zeitgleich fiel im abgeschalteten Kraftwerk eine Kühlpumpe aus. Die Meldung ist auf der Seite des Umweltministeriums zu finden. Der Vorfall wird vom Ministerium u.a. deshalb als unkritisch eingestuft, weil seit 2011 keine abgebrannten Brennelemente mehr anfallen und die Restwärme daher besser kontrollierbar ist. Ein Anreiz mehr auch die Abschaltung der noch laufenden Anlagen wieder auf die Agenda zu setzen. Jeder Tag zählt!